Die Kosten für eine doppelte Haushaltsführung können im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn aus beruflichen Gründen neben der Hauptwohnung ein zweiter Haushalt besteht und im Übrigen die hierfür notwendigen Voraussetzungen vorliegen. Da die Kosten für eine Zweitwohnung am Arbeitsort i.d.R. finanziell sehr belastend sind, ist es umso wichtiger, diese im Rahmen der Steuererklärung als steuermindernde Werbungskosten geltend zu machen. Die doppelte Haushaltsführung ist seit Jahren stark von Beschränkungen, Regulierungen und höchstrichterlichen Entscheidungen des BFH betroffen gewesen, so dass es für einen Laien schwierig geworden ist, die Rechtslage zu überblicken. Daher sollen hier die Voraussetzungen und Details zur doppelten Haushaltsführung beschrieben und auch die weitere Entwicklung kommentiert werden.

Was ist eine doppelte Haushaltsführung?

Nach ständiger Rechtsprechung besteht eine doppelte Haushaltsführung dann, wenn ein Steuerpflichtiger

  • aus beruflichem Anlaß
  • am Beschäftigungsort einen Haushalt begründet und
  • außerhalb dieses Beschäftigungsorts einen weiteren eigenen (doppelten) Haushalt unterhält,
  • der den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen darstellt.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung ist also die Aufteilung einer üblicherweise einheitlichen Haushaltsführung auf zwei verschiedene Wohnorte bzw. Haushalte, wobei sich einer davon am Beschäftigungsort oder zumindest in näherer räumlicher Entfernung dazu befindet. Sind die o.g. Voraussetzungen zu bejahen, können die Kosten für den zweiten Haushalt am Beschäftigungsort

  • im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und
  • zeitlich unbegrenzt

als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Beruflicher Anlaß

Eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung ist der berufliche Anlaß für die Begründung bzw. Aufrechterhaltung eines Haushalts am Beschäftigungsort. Hierfür ist entscheidend, dass der Steuerpflichtige seinen Arbeitsplatz dadurch deutlich schneller erreicht und der Lebensmittelpunkt am bisherigen Wohnort weiterhin aufrechterhalten bleibt. Auch wenn es in der Praxis meistens um die Begründung einer doppelten Haushaltsführung am Beschäftigungsort geht, können die Kosten auch in den sog. „Wegverlegungsfällen“ geltend gemacht werden.

Eigener Hausstand

Wie der Name des Instituts „Doppelte Haushaltsführung“ schon ausdrückt, ist ein eigener Haushalt des Steuerpflichtigen außerhalb des Beschäftigungsorts eine der zentralen und oft umstrittenen Voraussetzungen, um die zusätzlichen Kosten des Haushalts am Beschäftigungsort im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Werbungskosten geltend zu machen. Ob ein (weiterer) eigener Haushalt des Steuerpflichtigen außerhalb des Beschäftigungsorts zu bejahen ist, richtet sich nach dessen individuellen Lebensverhältnissen.

Umfang der Werbungskosten

Zu den Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung gehören neben den Fahrtkosten für die regelmäßigen Heimfahrten (0,30 Cent/km bzw. die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel) auch die Kosten für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort. Ferner sind die nachgewiesenen Umzugskosten für den Umzug in die Zweitwohnung am Beschäftigungsort und die Kosten notwendiger Einrichtungsgegenstände abziehbar.

Für weitere Details verweise ich auf den Artikel „Doppelte Haushaltsführung und Steuern sparen„.

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