Die Gründungsformen und Wege in die Selbständigkeit sind vielfältig. Neben der Neugründung ist auch ein Unternehmenskauf oder der Einstieg in ein modernes Franchise-System möglich. In manchen Fällen auch die Fortführung des Unternehmens der Eltern mittels Pacht oder Übernahme.

Inhalt:

1. Neugründung
2. Unternehmenskauf
3. Übernahme durch vorweggenommene Erbfolge
4. Unternehmenspacht
5. Franchise

1. Neugründung eines Unternehmens

Am häufigsten entscheiden sich Existenzgründer für die Neugründung eines Unternehmens, da diese Alternative dem Existenzgründer den größten persönlichen, zeitlichen und finanziellen Spielraum bietet. Bei der Neugründung entfällt gleichzeitig das Risiko einer Haftung für Altschulden. Dafür müssen sich der oder die Gründer zu Beginn um alle Formalitäten wie Anmeldungen und Genehmigungen selbst kümmern. Diese Checkliste zur Existenzgründung listet die wichtigsten Themen und Aufgaben auf.

2. Unternehmenskauf

Deutlich komplizierter ist der Unternehmenskauf, da hier Regelungen aus verschiedenen Rechtsbereichen zu beachten sind, insbesondere aus dem Steuerrecht. Am anspruchsvollsten ist die Ermittlung eines angemessenen Kaufpreises. Für eine Bewertung eines Unternehmens ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit erforderlich, sondern auch eine Einschätzung der zukünftigen Ertragsmöglichkeiten. Für den Erfolg eines Unternehmens zählen neben der Qualität des Managements und der Mitarbeiter vor allem das Potential zur Kostensenkung und die Wachstumsmöglichkeiten.

3. Vorweggenommene Erbfolge

Neben dem voll entgeltlichen Erwerb eines Unternehmens im Wege des Unternehmenskaufs ist auch eine teilentgeltliche oder eine unentgeltliche Übertragung des Unternehmens denkbar. In den meisten Fällen ist es die Übertragung des Unternehmens von den Eltern auf eins oder mehrere Kinder im Wege der vorweggenommenen Erbfolge. Bei der Übergabe eines Unternehmens im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge spielt der Anfall bzw. die Vermeidung von Schenkungssteuer eine zentrale Rolle. Eine steuerrechtliche Beratung der Beteiligten ist daher dringend anzuraten.

4. Unternehmenspacht

Für Existenzgründer mit wenig (Eigen-)Kapital bietet sich die Pacht eines Unternehmens als Alternative an. Bei Handwerksbetrieben (Muster Pachtvertrag für Handwerksbetriebe) und Gaststätten (Muster Pachtvertrag für Gaststätten) ist dies in der Praxis häufig der Fall. Der Pächter führt das Unternehmen fort und zahlt hierfür eine laufende Pacht an den früheren Eigentümer und jetzigen Verpächter. Oftmals schließt sich an die Laufzeit des Pachtvertrages ein Unternehmenskauf an, zum Teil mit Anrechnung der bezahlten Pacht auf den Kaufpreis. Die Vorteile für den Pächter liegen auf der Hand. Die Kosten beschränken sich auf die üblichen Aufwendungen des laufenden Geschäftsbetriebs, die auf Grundlage der vergangenen Jahresabschlüsse relativ sicher eingeschätzt werden können. Hinzu kommen nur die laufenden Pachtzahlungen, so dass das zukünftige Einkommen recht genau eingeschätzt werden kann. Während der Laufzeit des Pachtvertrag kann der Pächter das Unternehmen und das Umfeld genaustens studieren.

5. Franchise

Beim Franchise stellt ein Franchisegeber dem Franchisenehmer mittels eines Franchisevertrages die regionale Nutzung eines Geschäftskonzepts zur Verfügung. Der Franchisenehmer ist rechtlich selbstständiger Unternehmer und zahlt für die Nutzung des Franchise-Systems die vertraglich vereinbarten Franchisegebühren. Zu einem guten Franchise- System gehört in der Regel die Verwendung eines einheitlichen Vertriebsystems, eine einheitliche Ausstattung, ein einheitlicher Firmennamen und das einheitliche Auftreten nach außen mittels eines Symbols oder Marke. Der Franchisegeber bildet den Franchisenehmer zu Beginn aus und überprüft regelmäßig die Umsetzung des Franchise- Konzeptes. Am bekanntesten ist das Franchise-System von McDonald’s, das weltweit in Bezug auf Organisation, Produktpalette und Design nahezu identisch in Erscheinung tritt. Weitere prominente Beispiele sind „Burger King“, „Subway“, die französische Hotelgruppe „Accor“ (u.a. mit Ibis, Mercure, Sofitel, Dorint) oder die Autovermietung „Hertz“ im Bereich der Dienstleistungen.

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