Geschäftsführer-Gehalt bei GmbH und UG

Das Geschäftsführer-Gehalt der GmbH zählt beim Geschäftsführer grundsätzlich zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit und muss dementsprechend im Rahmen der Einkommensteuererklärung in der Anlage N erklärt werden. Bei der GmbH oder UG (Mini-GmbH) zählt das Geschäftsführer-Gehalt grundsätzlich zu den abziehbaren Betriebsausgaben, ebenso wie die Löhne und Gehälter anderer Mitarbeiter. Beim Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder UG sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten, um dem Thema “Verdeckte Gewinnausschüttung” aus dem Weg zu gehen. 

1. Variables Geschäftsführer-Gehalt ist vorteilhafter

Ein weit überwiegender Anteil der Geschäftsführer von GmbHs oder Unternehmergesellschaften erhält ein variables Geschäftsführer-Gehalt, das sich regelmäßig aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Abgesehen von den steuerrechtlichen Regeln zur Bemessung einer Tantieme gibt es keine gesetzlichen Vorgaben zur Aufteilung des Geschäftsführergehalts in feste und variable Gehaltsbestandteile. Zumeist erreicht der variable Anteil beim Geschäftsführer-Gehalt eine Quote zwischen 20% und 25% des Gewinns der Gesellschaft. Der Vorteil liegt auf der Hand, da der Geschäftsführer in guten Geschäftsjahren automatisch eine höhere Vergütung erhält als in schlechten Wirtschaftsjahren.

Im übrigen steht der GmbH eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, das Geschäftsführer-Gehalt für beide Seiten attraktiv zu gestalten und steuerliche Vorteile zu nutzen. Neben dem festen Grundgehalt für den Geschäftsführer können folgende Komponenten zusätzlich eingesetzt werden, um einerseits die Bindung zwischen Gesellschaft und Geschäftsführer zu stärken und andererseits den gewinnorientierten Geschäftsführer zu belohnen:

  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld,
  • gewinnabhängige Tantieme,
  • Firmenwagen mit Erlaubnis zur Privatnutzung,
  • betriebliche Altersversorgung mittels Direktversicherung oder Pensionszusage,
  • sonstige geldwerte Vorteile.

Als gewinnabhängige Komponente beim Geschäftsführer-Gehalt eignet sich am besten die gewinnabhängige Tantieme, die zusätzlich zum fixen Grundgehalt nach einer im Vorhinein vereinbarten Berechnungsgrundlage ermittelt und nach Feststellung des Jahresabschlusses für die GmbH oder UG an den Geschäftsführer ausgezahlt wird. Die Überlassung eines Dienstwagens mit Erlaubnis zur privaten Nutzung ist heutzutage als standardmäßige Komponente des Geschäftsführer-Gehalts anzusehen.

2. Steuerliche Abzugsfähigkeit des Geschäftsführer-Gehalts

Das Geschäftsführer-Gehalt gehört sowohl bei der GmbH als auch bei der UG zu den abziehbaren Betriebsausgaben, wird aber auf einem gesonderten Konto getrennt von den übrigen Löhnen und Gehältern gebucht.

Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer gibt es darüber hinaus einige Besonderheiten, die in diesem Zusammenhang zu beachten sind. Hier muss anhand einer Checkliste zum Geschäftsführer-Gehalt eine besondere Prüfung durchgeführt werden, damit die Zahlungen an den Gesellschafter-Geschäftsführer auch im Falle einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt als abziehbare Betriebsausgaben anerkannt werden. Im Rahmen dieser Prüfung des Geschäftsführer-Gehalts beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer geht es im einzelnen zunächst um die Angemessenheit, dann aber auch um die zivilrechtliche Wirksamkeit und Klarheit des Geschäftsführervertrages, das Rückwirkungsverbot und das Durchführungsgebot.

3. Sozialversicherungspflicht des Geschäftsführers

Ein Fremdgeschäftsführer ist grundsätzlich wie jeder andere Mitarbeiter der GmbH oder UG auch sozialversicherungspflichtig. Ausnahmen sind allenfalls in der familiengeprägten GmbH denkbar, wo sich die Anteile der Gesellschafter sämtlich in der Hand von Familienmitgliedern des Geschäftsführers befinden.

Schwieriger ist die Beurteilung der Sozialversicherungspflicht beim Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, da die Beteiligung an der GmbH allein nicht ausreichend ist, um von einer Befreiung von der Sozialversicherungspflicht auszugehen. Daher hat der Gesetzgeber für Gesellschafter-Geschäftsführer in § 7a Abs. 1 S. 2 SGV IV ein obligatorisches Statusfeststellungsverfahren begründet. Im Rahmen dieser Statusprüfung für Gesellschafter- Geschäftsführer wird durch die Krankenkasse und die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag oder eben seit 31.12.2004 obligatorisch im Einzelfall überprüft, ob besondere Kriterien vorliegen, die für eine Befreiung von der gesetzlichen Sozialversicherung sprechen.

Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer mit einer Mehrheit von mindestens 50% der Anteile an der GmbH werden regelmäßig von der Sozialversicherungspflicht befreit. Hier stellt sich dann jedoch regelmäßig die Frage, ob und in welcher Form eine betrieblichen Altersversorgung aufgebaut wird, die gerade bei jungen Unternehmen oft auf die leichte Schulter genommen wird. Dabei gibt es interessante Gestaltungen zur betrieblichen Altersversorgung des Gesellschafter-Geschäftsführers.



26 Kommentare zu “Geschäftsführer-Gehalt bei GmbH und UG”

  1. Georg Binder sagt:

    Sehr geehrter Herr Schwerd, ich möchte eine UG im Bauwesen gründen, alleine, also wäre ich doch Beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer.
    Vor vielen Jahren hatte ich eine GmbH, dort war es so.
    Vielen Dank
    Georg Binder

  2. Franc sagt:

    Mich würde insbesondere interessieren, inwieweit eine umsatzabhängige Komponente bei einem UG-Geschäftsführer zulässig ist.

  3. admin sagt:

    Das ist bei der UG ganz genauso wie der GmbH. Als alleiniger Gesellschafter sind Sie natürlich beherrschend.

  4. admin sagt:

    Eine umsatzabhängige Vergütung des Geschäftsführers ist steuerrechtlich sehr bedenklich. Von daher ist von einer solchen Gestaltung des Geschäftsführervertrages dringend abzuraten.

  5. Manuel sagt:

    Ich habe eine Frage zu den Lohn(neben)kosten bei gleichberechtigten Geschäftsführern einer UG: meine Geschäftspartnerin und ich planen, in naher Zukunft eine UG zu gründen und werden diese völlig gleichberechtigt 50:50 führen. Wenn ich es richtig verstehe, sind wir verpflichtet, uns ein Gehalt auszuzahlen, da Privatentnahmen nicht erlaubt sind. Aber mit welchen Lohnnebenkosten müssen wir in diesem Fall kalkulieren? Gilt wie bei “normalen” Arbeitnehmern die Faustregel: Bruttogehalt x 2 = gesamte Lohnkosten? Das würde ein neugegründetes Unternehmen ja von Anfang an sehr unter finanziellen Druck stellen. Über eine Auskunft würde ich mich sehr freuen. Herzlichen Dank und liebe Grüße

  6. Wioletta Rucinska sagt:

    Hallo,

    wenn ich eine Geschäftsführerin einer UG werden soll, wie verhält es sich dann mit der Haftung, z.B. im Falle einer Insolvenz?

    Viele Grüße,
    Wioletta Rucinska

  7. admin sagt:

    Es besteht weder für den Geschäftsführer einer GmbH noch für den Geschäftsführer einer UG eine Verpflichtung, nur gegen Vergütung für die Gesellschaft tätig zu werden. Die Lohnnebenkosten bei Gesellschafter-Geschäftsführern hängt in erster Linie davon ab, ob diese sozialversicherungspflichtig sind oder nicht. Hierfür ist beim Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder UG ein Statusfeststellungsverfahren durchzuführen. Daher kann ich diese Pauschalrechnung nicht bestätigen.

  8. admin sagt:

    Hier finden Sie weitere Ausführungen zum Thema “Haftungsrisiken beim GmbH-Geschäftsführer

  9. NERD2011 sagt:

    In der Praxis konfrontiert wurde ich mit folgendem Gründungs-Konstrukt:

    Gründung einer ein-Frau-UG (Alter Ü55, GS-GF, Befreiung vom Selbstkontrahierungsverbot, lt. GF-Vertrag ohne Gehalt, Tantieme oder Pensionszusage) die UG leistet ausschließlich als Komplementärin einer KG gegen Aufwandsersatz durch die KG (UG also ohne jede weitere Geschäftstätigkeit; Kosten Gewinn = 0), die Gründerin bezieht (als bislang einzige) Kommanditistin der KG durch Anstellungsvertrag als Handlungsbevollmächtigte in Vollzeit (5-Tage-Woche mit 40 h) oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze/ Gleitzone, andererseits deutlich unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen monatlich Gehalt in jeweils gleicher Höhe.
    Als GS-GF der UG besteht lt. Auskunft der GKV keine Sozialversicherungspflicht.
    Als Angestellte der KG sind die (monatlich gleichen) bezogenen Gehälter sozialversicherungspflichig, die persönlichen voraussetzungen (5-Jahres-frist) liegen vor, SV-Beiträge und Lohnsteuer wurden in den Monaten seit Gründung entsprechend berechnet und abgeführt.

    Aktuelle Situation:
    Die GKV steht nun mit neuestem Schreiben auf dem Standpunkt, es läge Selbständigkeit vor, für die sich die Gründerin (die keine Gründungszusschüsse o. ä.erhält) als Selbständige freiwillig zu den für Selbständige aus den geltenden Beitragsbemessungsgrenzen abzuleitenden Beiträgen versichern müsse.
    Hintergrund: die Beitragseinnahmen, die sich aus einer solchen Berechnung ergeben, sind für die GKV deutlich höher als die derzeit aus laufendem sozialversicherungspflichtigen Angestelltengehalt bezogenen.

    Existieren Erfahrungen aus ähnlichen Fällen?

  10. Udo Schwerd sagt:

    Zunächst darf ich bemerken, dass die Kommentarfunktion kein Mittel zum Zweck einer individuellen Beratung ist. Allgemein gesprochen ist festzuhalten, dass eine Kommanditistin einer KG selbständige Unternehmerin und am Gewinn der KG beteiligt ist. Sämtliche Vergütungen der KG an die Kommandistin sind als Vorweggewinn zu behandeln und mindern nicht den Gewinn der KG. Das ergibt sich aus § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG und gilt auch für sog. “Gehälter” für Mitarbeit in der KG.

  11. [...] es um Verdeckte Gewinnausschüttungen geht, ist die Höhe des Geschäftsführergehalts bzw. die Höhe der Geschäftsführergehälter schon ein [...]

  12. [...] ist eine der zentralen Fragen bei Einstellung eines Geschäftsführers oder zu Beginn von Gehaltszahlungen. Wesentliches Kriterium für die Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung über die [...]

  13. Kfz-Versicherungen jährlich überprüfen sagt:

    [...] einer GmbH ohne Dienstwagen unterwegs ist, der heutzutage eigentlich zur Mindestausstattung beim Geschäftsführergehalt gehört. Die Kfz- Versicherung wird von fast jeder großen Versicherungsgesellschaft angeboten, [...]

  14. Benjamin S. sagt:

    Ich frage mich, ob und in welchen Fällen ein Geschäftsführergehalt von 0,- steuerlich akzeptabel sein könnte. Grundsätzlich muss das Gehalt ja einem Fremdvergleich standhalten. Wenn nun die GmbH wenig Kapital hat (z.B. nur die 25.000 €) und der Geschäftsführer nur wenig aktiv tun muss (weil reine Verwaltungsgesellschaft) – könnten dann auch 0,- Gehalt akzeptabel sein? Gibt es da Richtlinien oder Erfahrungswerte?

  15. Amir Ghaei sagt:

    Wie hoch muss das Mindestgehalt eines Geschäftsführerers bei einer kleinen GmbH (Stammkapital 25000 EU) bestehend aus 2 Gesellschaftern sein.
    Die beiden Personen sind auch die einzigen Angestellten der Firma und füngieren als GF.

  16. Silke Haupt sagt:

    Sehr geehrter Herr Schwerd,
    bei einer UG muessen 25% der verbleibenden Gewinne pro Jahr in die gesetzliche Ruecklage eingestellt werden. Wie berechnet sich der Gewinn bei der UG? Welche Moeglichkeiten habe ich, den Gewinn zu beeinflussen, d.h. wie kann ich ihn so niedrig wie moegich halten? Wie hoch kann das Gehalt maximal sein, welches an mich ausgezahlt wird?
    Im Voraus herzlichen Dank fuer Ihre Hilfe,

    Silke Haupt

  17. Udo Schwerd sagt:

    Zur Gesamtvergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH oder UG habe ich hier eine Reihe von Beiträgen veröffentlicht: http://blogmbh.de/index.php/geschaeftsfuehrer/steuerliche-behandlung-der-geschaeftsfuehrer-verguetung/8/

  18. Daniela Bauer sagt:

    Habe eine 1 Personen UG.
    Einziger Gesellschafter bin also ich.
    Mache auch gute Umsätze.

    Habe noch nie Geld aus der UG entnehmen können.
    Was kann ich machen, um mir einen Gehalt zu zahlen.
    Und wie wird dieser dann versteuert….

    Habe nämlich nebenher noch einen Teilzeitjob,
    wird der Gehalt dann mit meiner EK-Steuer verrechnet oder innerhalb der UG.
    Wenn in der UG mit wie viel Prozent

    Es wäre nett, wenn sie mir weiterhelfen könnten.

  19. Peter Hauser sagt:

    Sehr geehrter Herr Schwerd,

    Ihre Seite ist im Rahmen dessen, was im Internet ohne Kenntnis des jeweiligen Einzelfalles möglich ist, sehr informativ und weist auf die wichtigsten vorhersehbaren Fallstricke hin. An die Gründung einer GmbH oder einer UG geht mancher doch recht blauäugig heran, um so mehr, wenn er ein existierendes Einzelunternehmen umwandelt.

    Es gibt jedoch viele verschiedene Erwartungen, die sich mit einer Kapitalgesellschaft verbinden, mitunter steht da nicht nur die Haftungsbeschränkung (soweit sie denn im Fall der Fälle überhaupt greift) im Vordergrund. Und genauso unterschiedlich sind auch die persönlichen Umgebungsbedingungen der jeweiligen Geschäftsführer.

    Und daher ist es durchaus nicht ausgemacht, daß bei tendenziell zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung die weit überwiegende Mehrheit unbedingt nach der Befreiung von der Sozialversicherung strebt. Manchem ist die – schon recht nah vor Augen stehende – Krankenversicherung der Rentner lieber, zumal, wenn er in einem Alter und Gesundheitszustand ist, da ein Wechsel in die Private keine vernünftige Alternative mehr darstellt. Oft sind das auch Leute, die sich um die Angemessenheit ihres GF-Gehaltes überhaupt keine Gedanken machen müssen und für die eine nachträgliche Verbeitragung zur Beitragsbemessungsgrenze mit den horrenden Nachzahlungszinsen schlichtweg den finanziellen Ruin bedeutet.

    Hier kommen Ihre Ausführungen etwas zu kurz weg. Da Umkehrschlüsse oft ziemlich riskant sind, wäre hier auch der Hinweis auf zwei, drei todsichere Fallen nett gewesen.

  20. Udo Schwerd sagt:

    Sehr geehrte Frau Bauer,
    als Gesellschafter-Geschäftsführerin einer UG benötigen Sie aus steuerlichen Gründen definitiv zunächst einen schriftlichen Geschäftsführervertrag, in dem die Details Ihrer Vergütung schriftlich und transparent zu regeln sind und – was noch viel wichtiger ist – auch in der Praxis umgesetzt werden. Das Gehalt einschließlich der Sonderleistungen ist entsprechend Ihrer Steuerklasse (z.B. I, III oder V) zu versteuern und ggf. die Lohnsteuer an das Finanzamt abzuführen.

  21. Udo Schwerd sagt:

    Sehr geehrter Herr Hauser,
    vielen Dank für das Lob und die konstruktive Kritik, die natürlich völlig berechtigt ist. In meiner Praxis und nach meiner Erfahrung streben die meisten Gesellschafter-Geschäftsführer danach, als “selbständig” behandelt zu werden, soweit eine Gestaltung überhaupt möglich ist. Ich gebe Ihnen jedoch vollkommen Recht, dass die richtige Entscheidung in erster Linie von der persönlichen Situation abhängig ist (und am besten) und auch die Zukunft berücksichtigen sollte. Ich würde das jedoch weniger am Alter festmachen, da es auch bei einem älteren Gesellschafter-Geschäftsführer kurz vor der Rente durchaus Sinn machen kann, sich außerhalb der Sozialversicherungspflicht zu bewegen. Es gibt ja auch die Möglichkeit der freiwilligen Krankenversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn man dort Mitglied ist und bleiben möchte.

  22. Peter Hauser sagt:

    Sehr geehrter Herr Schwerd,

    soweit richtig – in meinem Bekanntenkreis habe ich eine Dame, Mitte fünfzig und mit “Unannehmlichkeiten” gesegnet, die würde als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen jetzt schon preiswerter wegkommen und hat hoffentlich noch ein paar Jahre vor sich. Der Punkt war aber weniger die Wahl es Kassensystems, sondern die Frage, wodurch man die Chance riskiert, wie ein normaler Angestellter prozentual nach seinem Verdienst verbeitragt zu werden.
    Eigene Gestaltung der Arbeitszeit als schädliches Kriterium? Kaum zu glauben, denn ich kenne viele Leute, die diese Freiheit haben – als Angestellte – mich selbst eingeschlossen. Freilich hat diese Medaille auch eine Kehrseite: der Feierabend richtet sich nach den Erfordernissen. Und man erwartet von erwachsenen Menschen, daß sie diese selbst erkennen und sie nicht täglich um 16:30 Uhr vom Mehrheitsgesellschafter auf’s Brot gestrichen kriegen müssen.

  23. Volker Schmidt sagt:

    Hallo Herr Schwerd.
    Folgende Konstellation:
    Familien ug. Mutter Gesellschafterin mit 100% Anteilen. Sohn angestellter Geschäftsführer ohne Anteile:
    Sohn war vorhert übt 10 Jahre als einzelunternhmer tätig und hat alleine die notwendigen branchenkenntnisse und Zulassungen nach 34 c und d der GewO.
    Im gf-Vertrag ist geregelt, dass er nicht weisungsgebunden ist, seine Arbeitszeit i.d.R frei bestimmen kann und auch anderen Tätigkeiten nachgehen kann. Er erhält Gehalt x.
    Weiterhin ist er von 181 BGB befreit und darf Geschäfte jeglicher Art ohne Zustimmung der Gesellschafter Versammlung tätigen. Nach meiner Recherche ist er Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinne und Sozialversicherungsfrei. Würden sie mir da so zustimmen oder ist eine weitere Klausel hierzu im Geschäftsführer Anstellungsvertrag erforderlich?
    Wäre es vielleicht besser er hält 51% Anteile? Allerdings müsste dann eine Klausel rein, dass im Fälle der Insolvenz des GF die Anteile an die Gesellschafterin fallen um die Gesellschaft zu schützen. Vielen Dank vorab!

  24. Hallo Herr Schwerd,

    eine Frage treibt mich um: Welchen Krankenversicherungsbeitrag zahlt ein die GmbH beherrschender und damit sozialversicherungspflichtiger Geschäftsführer im Falle eines niedrigen Gehalts (z.B. kurz nach Gründung)? Gilt die Mindesteinnahme für Arbeitnehmer (gute 900 EUR) oder die für Selbstständige (knapp 2100 EUR)?

  25. Schwerd sagt:

    Ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer ist in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig und daher in den meisten Fällen privat versichert. Der Beitrag richtet sich hier nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Tarif der entsprechenden Krankenversicherung. Daneben gibt es auch die Möglichkeit der freiwilligen Krankenversicherung, sofern zuvor eine gesetzliche Krankenversicherung bestand. Hier gibt es meines Wissens Mindestbeiträge, die insoweit ebenfalls vom Einkommen unabhängig sind. Die Einkünfte müssen jedoch jedes Jahr nachgewiesen werden.

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