Für die Umwandlung einer GbR in eine GmbH stehen verschiedene Lösungswege zur Verfügung, von denen jeder einzelne seine Vor- und Nachteile besitzt. Die goldene Lösung für alle Fälle gibt es in der Praxis jedoch leider nicht.

Bedürfnis zur Umwandlung GbR in GmbH

In der Praxis ist immer wieder zu beobachten, dass Unternehmer aus ihrer zu Beginn der Existenzgründung passenden Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) herauswachsen und die Bedürfnisse nach einer Haftungsbeschränkung und/oder einer betrieblichen Altersvorsorge immer größer werden. In vielen Fällen war es auch vernünftig, insbesondere die Geschäftsidee und die Zusammenarbeit der Gesellschafter zunächst im Rahmen einer GbR zu testen, da die Liquidation einer GmbH ungleich langwieriger und teurer ist als die Auflösung einer GbR. Ist der Entschluß zur Umwandlung in eine GmbH erst einmal erfolgt, stellt sich regelmäßig die Frage nach dem optimalen Weg.

Möglichkeiten der Umwandlung

Das Umwandlungsgesetz (UmwG) stellt einige Möglichkeiten zur Verfügung, eine Personengesellschaft im Wege der Gesamtrechtsnachfolge in eine GmbH umzuwandeln, z.B. durch

Daneben ist die Umwandlung mittels Einbringung im Wege der Einzelrechtsnachfolge ein gangbarer Weg, sei es durch

  • Sachgründung oder
  • Bargründung und anschließender Sachkapitalerhöhung.

Steuerrechtlich sind sowohl die Umwandlungsvorgänge im Wege der Gesamtrechtsnachfolge als auch die Fälle der Einbringung als Sacheinlage begünstigt, d.h. die Vorschriften der §§ 20 bis 23 i.V.m. 25 UmwStG ermöglichen ein Bewertungswahlrecht, das neben der Buchwertfortführung auch den Ansatz von Zwischenwerten oder gemeine Werte beinhaltet. Eingeschränkt ist das Bewertungswahlrecht jedoch in den Fällen „negativen Eigenkapitals“.

Umwandlung einer Personengesellschaft in eine GmbH

Für die Umwandlung einer Personengesellschaft in eine GmbH sieht das Umwandlungsgesetz die Möglichkeiten

vor. Es ist also grundsätzlich möglich, eine Personengesellschaft im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge in eine GmbH umzuwandeln. Zu unterscheiden sind hierbei folgende Varianten:

  1. Übertragung des Vermögens der Personengesellschaft auf eine bestehende GmbH (= Verschmelzung durch Aufnahme);
  2. Übertragung des Vermögens der Personengesellschaft und eines anderen Rechtsträgers auf eine neu zu gründende GmbH (= Verschmelzung zur Neugründung);
  3. Übertragung eines Teils des Vermögens der Personengesellschaft auf zwei bestehende oder neu zu gründende GmbHs (Aufspaltung);
  4. Änderung der Rechtsform einer Personengesellschaft zur Errichtung einer GmbH (= Formwechsel).

Da das UmwG die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in allen drei Varianten nicht als übertragenden Rechtsträger aufführt, scheidet jedoch eine direkte „Umwandlung GbR in GmbH“ im Wege der Gesamtrechtsnachfolge aus. Hierfür ist zunächst ein Zwischenschritt erforderlich, indem eine Eintragung der Firma ins Handelsregister als

  • Offene Handelsgesellschaft (OHG) oder
  • Kommanditgesellschaft (KG)

erfolgt.

Besitzt die GbR umfangreichen Grundbesitz oder ist sie in vielerlei Hinsicht durch Verträge gebunden, ist der Formwechsel gem. §§ 190 ff. UmwG eine praktikable Lösung, da sich dieser Umwandlungsvorgang auf die Änderung der Rechtsform unter Wahrung der rechtlichen Identität beschränkt. Infolgedessen fällt hier weder Grunderwerbsteuer an noch ist eine Zustimmung der Vertragspartner erforderlich, um die entsprechenden Verträge der GbR auf die GmbH überzuleiten.

Einbringung GbR in GmbH

Neben den o.g. Umwandlungsvorgängen gem. UmwG (unter Berücksichtigung der vorherigen Eintragung ins Handelsregister) ist eine Umwandlung der GbR in eine GmbH auch im Wege der Einzelrechtsnachfolge mittels Einbringung ein gangbarer Weg, sei es durch

  • Sachgründung oder
  • durch Bargründung mit anschließender Sachkapitalerhöhung.

Gegenstand der Einbringung sind hier die Gesellschaftsanteile an der GbR.

Während beim Formwechsel eine Gesamtrechtsnachfolge unter Wahrung der rechtlichen Identität erfolgt, müssen bei der Einbringung der GbR in eine GmbH sämtliche Verträge „einzeln“ auf die GmbH übergeleitet werden. Das ist aus meiner Sicht der einzige, aber auch entscheidende Nachteil der Einbringung einer GbR in eine GmbH.

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Eine Reaktion auf “Umwandlung GbR in GmbH

  • Sehr geehrter Herr Schwerd,

    vielen Dank für die übersichtliche Darstellung der Wege von der GbR in die GmbH. Da dies nicht unbedingt zum Tagesgeschäft gehört, ist auch für mich als Berater schön, die eigene Einschätzung nochmal zu validieren.

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