Die großen Münchner Brauereien kennen die meisten schon vom Oktoberfest. Es gibt aber auch wieder kleinere Brauereien in München, wobei diese eher handwerklich gebraute Biere anbieten.

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Oktoberfest München
Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest München

Münchner Bier

München ist nach wie vor das Zentrum des industriellen Brauwesens in Bayern, geprägt von Marken wie Löwenbräu, Spatenbräu oder Paulaner. Bei zurückgehendem Bierkonsum in Europa wird der Export auch für die großen deutschen Brauereien zunehmend wichtig. Nur so lassen sich die gewohnten Umsätze und Gewinne erwirtschaften. Da ist es hilfreich, dass Münchner Bier weltweit einen guten Ruf genießt. Das Reinheitsgebot ist einer der Faktoren. Alljährlich im September und Oktober bietet das Oktoberfest eine perfekte Bühne, um sich einem Millionenpublikum zu präsentieren.

Augustiner Bräu

Augustiner Bräu ist die letzte große Münchner Brauerei, die noch nicht in den Händen eines internationalen Konzerns gelandet ist. Ihre Geschichte beginnt offiziell im Jahre 1328. Mönche des Augustiner-Ordens haben damals an der Neuhauser Strasse mit dem Bierbrauen angefangen.

Nach der Säkularisation in Bayern fiel die Klosterbrauerei in die Hände des Braumeisters Anton Wagner. Dessen Sohn Johann vollendete den Umzug an den heutigen Standort nahe der Landsberger Strasse. Mit seinen Initialen J.W. hat er sich auf ewig im Logo der Brauerei verankert.

Nach dem Tod der letzten Nachfahren aus dem Hause Wagner im Jahre 1981 fiel das Eigentum an Edith Haberland sowie die Familien von Trentini und Inselkammer. Das Lagerbier Hell und der berühmte Edelstoff (ein helles Exportbier) sind die Klassiker. Augustiner ist die einzige Brauerei auf dem Oktoberfest, die das Bier noch aus echten Hirschen ausschenkt.

Crew Ale Werkstatt

Die Crew Ale Werkstatt ist wie Giesinger Bräu eine vergleichsweise junge Brauerei, gegründet im Jahre 2012 von den beiden Unternehmensberatern Mario Hanel und Timm Schnigula. Das erste Bier war das Crew Pale Ale und eins der ersten Craft-Biere in Deutschland. Inzwischen werden weitere Biersorten über den Online-Shop verkauft. Die jungen Existenzgründer gehörten zu den Trendsettern ganz im Sinne der US-Craft-Breweries, die mit exotischen Hopfensorten wie Herkules, Nelson Sauvin, Chinook oder Citra experimentierten. Daran musste sich der normale Biertrinker erst gewöhnen. Auch das Hopfenstopfen war noch eher unbekannt.

Giesinger Bräu

Giesinger Bräu (Giesinger Biermanufaktur & Spezialitäten Braugesellschaft GmbH) ist die zweitgrößte Privatbrauerei in München. Und doch ist sie nur eine kleine Brauerei. Mit der Gründung in 2006 zählt sie zu den jüngsten Brauereien Bayerns. Nach dem Motto “Klasse statt Masse” produziert sie vor allem handwerklich und mit Liebe gebraute Biere. Zahlreiche Fans außerhalb von München sind der beste Beweis. So lässt sich auch erklären, warum die damalige Braustätte schon nach sieben Jahren die Nachfrage nicht mehr decken konnte. Am neuen Giesinger Standort direkt unterhalb der Giesinger Kirche wurde die Kapazität schon in der ersten Ausbaustufe deutlich gesteigert.

Hacker-Pschorr

Die Geschichte der Brauerei Hacker-Pschorr ist deutlich weniger bekannt als die der anderen Münchner Brauereien. Das offizielle Gründungsdatum datiert auf das Jahr 1417, ohne dass sich damit ein konkretes Ereignis verbinden lässt. Gesichert ist nur, daß Simon Hacker im Jahre 1738 die Probstbrauerei in der Sendlinger Strasse übernahm und mehr oder weniger erfolgreich fortführte. Der wirtschaftliche Aufstieg begann jedoch erst nach der Heirat zwischen Therese Hacker und dem Braumeister Joseph Pschorr im Jahre 1793. Unter dessen Leitung stieg die Hacker Brauerei zu einer der führenden Brauereien in München auf. Im Jahre 1820 kaufte der berühmte Braumeister die in Konkurs gegangene Brauerei Bauernhanslbräu hinzu und nannte sie in Pschorr Brauerei um.

Nach einer (zu) langen Trennungszeit wurden die beiden Brauereien Hacker und Pschorr erst 1972 wieder zu Hacker-Pschorr verschmolzen.

Heute ist die Brauerei Teil der Paulaner-Gruppe und eine der Marken, die zum eindrucksvollen Portfolio des Getränkekonzerns gehören. Dieser gehört wiederum der Schörghuber Unternehmensgruppe und dem Getränkekonzern BHI (Brau Holding International AG), an dem auch Heineken N.V. beteiligt ist.

Hofbräu

Jeder Besucher der bayerischen Landeshauptstadt kennt dasberühmte Hofbräuhaus am Platzl inmitten der Altstadt. Inzwischen gehört es samt Brauerei dem Freistaat Bayern.

Für die Gründung der Brauerei war Herzog Wilhelm V. der Fromme von Bayern (1579 – 1597) verantwortlich. Dessen Bierimport und Konsum war schon zu seinen Lebzeiten legendär, was die Staatsfinanzen sehr belastete. Seine Schatzmeister rieten ihm daher im September 1589 zur Gründung der Brauerei, um das geliebte Bier günstiger vor Ort zu brauen. Bauherr und erster Braumeister wurde Heimeran Pongraz aus dem Kloster Geisenfeld in der Hallertau. Es folgte der Braumeister Elias Pichler aus Einbeck, der im Jahre 1614 den ersten Bock im Herzoglich Braunen Hofbräuhaus München braute.

Das heutige Hofbräuhaus entstand erst viele Jahre später auf Betreiben des späteren Kurfürsten Maximilian I. Dessen Namen ist jedoch eher mit dem bayerischen Weißbier verbunden. Neben dem Hofbräuhaus in München ließ er auch in anderen Städten Bayerns “weiße Brauhäuser” errichten. Diese entwickelten sich unter Überwachung der herzoglichen Hofkammer zu lukrativen Geldquellen. Auf dem Höhepunkt des “weißen Brauwesens” generierte Herzog Maximilian I. rund ein Drittel der gesamten Einnahmen durch das selbst geschaffene Weißbiermonopol.

Im Jahre 1852 schenkte der bayerische König Maximilian II. Joseph von Bayern das Hofbräuhaus samt Brauerei dem Bayerischen Staat. Ein paar Jahrzehnte später folgte zunächst die Verlegung der Brauerei nach Haidhausen (1896) und fast ein Jahrhundert später nach München-Riem (1987).

Löwenbräu

Löwenbräu gehört zu den ältesten Brauereien in München. Das Datum der Gründung kann nur geschätzt werden kann, da hierzu keine offiziellen Dokumente mehr existieren. Einer der frühen Standorte der Brauerei steht in Verbindung mit dem Bierbrauer Jörg Schnaitter und der Löwengrube 17.

Den Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg legte der Braumeister Georg Brey im Jahre 1826 mit der Verlegung der Brauerei an die Nympenburger Strasse. Vielleicht war es auch die Entwicklung eines Bocks aus dem Hause Löwenbräu. Seine Nachfahren wandelten die Brauerei 1972 als eine der ersten in eine Aktiengesellschaft (AG) um. Mit dem vereinnahmten Geld wurde der Zukauf Dutzender kleiner Brauereien finanziert.

Im Jahre 2003 schluckte der noch größere Getränkekonzern AB Inbev die beiden Brauereien Löwenbräu und Spatenbräu, die fortan als Marken unter vielen im Konzern behandelt wurden.

Paulaner

Paulaner ist wie Augustiner aus einer Klosterbrauerei hervorgegangen, die vor vielen Jahrhunderten in München gegründet wurde. Paulaner basiert auf dem gleichnamigen Paulanerorden, den Kurfürst Maximilian I. 1620 nach München holte. Gründer des Paulanerordens war Franz von Paola, dessen Abbild auch heute noch das Logo der Brauerei ziert. Die Mönche errichteten damals ihr Kloster außerhalb der Stadt und jenseits der Isar unterhalb des Nockherbergs. Heute befindet sich hier der Stadtteil Giesing. Der Paulaner Doppelbock war anfangs nur für den Eigenbedarf bestimmt, erfreute sich aber bald wachsender Beliebtheit außerhalb des Klosters.

Nach der Sakularisation in Bayern fiel die Klosterbrauerei in die Hände des Braumeisters Franz Xaver Zacherl, der die Tradition des Doppelbocks fortführte und sich den Namen Salvator beim Patentamt eintragen ließ. Heute gehört Paulaner zusammen mit Hacker-Pschorr und einigen anderen deutschen Brauereien zur Paulaner-Gruppe, die sich die Schörghuber Unternehmensgruppe und Brau Holding International (BHI) teilen. An der BHI ist neben der Schörghuber Unternehmensgruppe die niederländische Brauerei Heineken beteiligt.

2011 haben sich die Gesellschafter entschlossen, den historischen Standort in München-Giesing zu verlassen und an den neu geschaffenen Standort München-Langwied umzuziehen.

Spatenbräu

Spatenbräu gehört zu den ältesten Privatbrauereien in München, wobei diese nicht aus einer Klosterbrauerei hervorgegangen ist. Namensgeber ist die Familie Spatt, in deren Hände die Brauerei 1622 gelangte.

Im Jahre 1807 erwirbt der königliche Hofbräumeister Gabriel Sedlmayr die Brauerei. Er war der Begründer der Ära Sedlmayr, die bis 2003 gehalten hat. Dann verkaufte die Familie Sedlmayr die Brauerei zusammen mit Löwenbräu an den heutigen Getränkekonzern AB Inbev. Heute gehört Spaten wie Löwenbräu zum Konglomerat des größten Brauereikonzerns der Welt.

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