Autoren und Schriftsteller müssen für ein Buch, Artikel oder Aufsätze bisweilen einige Vorarbeit (Recherche) leisten und haben in diesem Zusammenhang auch finanzielle Ausgaben. Solange diesbezüglich eine Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist, sind sie als Betriebsausgaben bei Einkünften aus selbständiger Arbeit anzuerkennen.

Gewinnerzielungsabsicht bei Autoren

Das FG Rheinland-Pfalz hat einem Autor in dem Urteil vom 18.09.2019 (Az. 3 K 2083/18) die Gewinnerzielungsabsicht jedoch abgesprochen, nachdem dieser über 17 Jahre recherchiert und dennoch kein nennenswertes Ergebnis vorlegen konnte. Die Ausgaben machte er in den Jahren 2011 bis 2016 als vorweggenommene Betriebsausgaben im Rahmen der Einkünfte aus selbständiger Arbeit geltend.

Aus meiner Sicht ist im vorliegenden Fall nicht nur die lange Dauer der Recherche auffallend, sondern auch das Thema des Buchs. Diesbezüglich plante der Autor ein Buch über die künstlerische Tätigkeit seines Vaters vor und nach dem 2. Weltkrieg. Das zuständige Finanzamt erkannte jedoch die Betriebsausgaben und die daraus entstehenden Verluste im Rahmen der Einkünfte aus selbständiger Arbeit mangels Gewinnerzielungsabsicht nicht an. Dem ist das FG Rheinland-Pfalz in seinem Urteil erwartungsgemäß gefolgt.

Die schriftstellerische Tätigkeit war von vornherein nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben worden. Vielmehr ist diese klar dem Bereich der privaten Lebensführung zuzuordnen. Es muss bei Autoren und Schriftstellern zwar berücksichtigt werden, dass sich positive Einkünfte vielfach erst nach einer längeren Anlaufzeit erzielen lassen, sodass mehrjährige Anlaufverluste nicht ohne weiteres auf das Fehlen einer Einkunftserzielungsabsicht schließen lassen. Es muss jedoch zumindest erkennbar sein, dass die Ergebnisse der Recherche in einem wirtschaftlich verwertbaren Buch münden werden.

Urteil vom 18.09.2019 (Az. 3 K 2083/18), veröffentlicht am 13.11.2019

Sofern Autoren oder Schriftsteller über einen längeren Zeitraum an einem Buch arbeiten und die Ausgaben hierfür nicht aus anderen Projekten (Einnahmen aus bereits veröffentlichten Büchern, Artikeln, Aufsätzen etc.) gedeckt werden können, wird das Thema der Gewinnerzielungsabsicht regelmäßig relevant. Ab dem 3. Verlustjahr wird es dann von Jahr zu Jahr schwieriger, das Finanzamt von der Gewinnerzielungsabsicht zu überzeugen, insbesondere ohne konkrete Arbeitsergebnisse. Auch das geplante Buchthema und die voraussichtliche Verwertbarkeit in wirtschaftlicher Hinsicht wird hierbei eine zentrale Rolle spielen.

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Eine Reaktion auf “Gewinnerzielungsabsicht bei Autoren

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    da ich vermehrt lese, dass die Finanzbehörden die Gewinnerzielungsabsicht von Unternehmern aberkennen, würde mich interessieren, wie viele Unternehmen pro Jahr in Bayern und in gesamt Deutschland davon betroffen sind.

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