Die Rürup-Rente ist ein steuerlich geförderter Baustein der Altersvorsorge, die sich in erster Linie für selbständige Unternehmer und Freiberufler eignet. Basis ist eine kapitalgedeckte Rentenversicherung, die dem System der gesetzlichen Rentenversicherung sehr ähnlich ist. Vor dem Abschluß eines Versicherungsvertrages sollte man sich jedoch auch mit den Nachteilen der Rürup-Rente auseinandersetzen.

Inhalt:

1. Das System der Rürup-Rente
2. Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug
3. Die Rürup-Rente in der Steuererklärung
4. Nachteile
5. Vorteile

Gerade zum Jahresende werden die steuerlich geförderten Altersvorsorgeprodukte angepriesen, darunter auch die sog. Rürup-Rente. Selbständige Unternehmer und Freiberufler werden i.d.R. mit der Steuerersparnis geködert, die sich durch Zahlungen in einen solchen Altersvorsorgevertrag erzielen lässt. Leider wird dieses Altersvorsorgeprodukt nicht jeden dauerhaft beglücken, da die Nachteile der Rürup-Rente vielseitig und zum Teil von großer Tragweite sind.

1. Das System der Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente handelt es sich um einen Basisbaustein der Altersvorsorge für selbständige Unternehmer oder Freiberufler. Basis ist eine kapitalgedeckte Rentenversicherung, die dem System der gesetzlichen Rentenversicherung sehr ähnlich ist. Während die Beiträge in der Ansparphase als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig sind, werden die Renten in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert. Für die Abzugsfähigkeit der Beiträge als Sonderausgaben muß der Versicherungsvertrag jedoch sehr restriktive Bedingungen und Voraussetzungen erfüllen. Die meisten entpuppen sich als gravierende Nachteile, wenn es um die Absicherung der Hinterbliebenen geht.

2. Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug

Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge in einen sog. Rürup-Vertrag unterliegt gem. § 10 Abs. 1 Nr. 2b EStG sehr restriktiven Bedingungen bzw. Voraussetzungen. Diese sind denen der gesetzlichen Rentenversicherung sehr ähnlich sind und lassen sich stichpunktartig wie folgt aufzählen:

  • Vertragsbeginn nach dem 1.1.2005;
  • Auszahlung nur als monatliche Rente (kein Kapitalwahlrecht);
  • Auszahlung nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres (betrifft Verträge ab dem 01.01.2012);
  • Vererblichkeit, Übertragbarkeit und Beleihung ausgeschlossen;
  • Keine Möglichkeit zur Veräußerung bzw. zum Rückkauf.

Sind diese Bedingungen erfüllt, mindern die Beiträge wie Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen des selbständigen Unternehmers oder Freiberuflers.

3. Die Rürup-Rente in der Steuererklärung

Bei Ledigen ist der Sonderausgabenabzug auf einen Betrag in Höhe von EUR 20.000,00 pro Jahr begrenzt, bei Verheirateten auf EUR 40.000,00 pro Jahr. In der Einkommensteuererklärung sind die gezahlten Beiträge in der Zeile 7 der Anlage V anzugeben.

Der steuerlich absetzbare Betrag steigt

  • von 60% in 2005 jährlich um 2 Prozentpunkte an,
  • bis er ab 2025 zu einer 100%-igen Entlastung

führt. In 2014 können 78% von den geleisteten Beiträgen abgezogen werden. Im Gegenzug steigt der Besteuerungsanteil der Renten von 50% in 2005 auf 100% ab 2040.

4. Nachteile der Rürup-Rente

Die Nachteile hängen im wesentlichen mit den Restriktionen und Voraussetzungen zusammen, die gem. § 10 Abs. 1 Nr. 2b EStG erfüllt werden müssen, um die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge zu realisieren. An erster Stelle steht die mangelhafte Hinterbliebenenversorgung im Falle des Todes des Versicherungsnehmers, die allenfalls über Zusatzversicherungen abgeschlossen werden kann.

Hinzukommt der Ausschluss des Kapitalwahlrechts, der Vererbbarkeit, der Übertragbarkeit und der Beleihungsmöglichkeit. Diese Kombination ist nicht zu unterschätzen. Welcher Familienvater zahlt schon gerne in einen Altersorgevertrag ein, wenn das Guthaben im Falle des Todes der Versicherungsgemeinschaft zugute kommt, aber nicht den nächsten Familienangehörigen?

Davon abgesehen ist zu berücksichtigen, dass die Renten im Rahmen der Auszahlungsphase zu versteuern sind, ab 2040 sogar in vollem Umfang.

5. Vorteile der Rürup-Rente

Während die Nachteile vielseitig und gravierend sind, bleibt die Zahl der Vorteile leider überschaubar. Letztere beschränken sich im wesentlichen auf folgende Punkte:

  • Steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge für Altersvorsorge;
  • Flexible Ansparvarianten;
  • Keine Anrechnung des Sparvermögens im Falle des Bezugs von Arbeitslosengeld II;
  • Angespartes Kapital ist pfändungs- und insolvenzsicher.

In Verbindung mit einer Abfindung kann der Abschluß einer Rürup-Vertrages interessant sein.

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