Es gibt verschiedene Varianten, wie man eine Holding gründen bzw. errichten kann. Die klassische Methode ist die Errichtung einer Holdingstruktur mit mindestens zwei Kapitalgesellschaften, welche als Mutter- und Tochtergesellschaft fungieren. Dies kann man in mehreren Kombinationen realisieren, wobei ich als Tochtergesellschaft immer eine GmbH und als Muttergesellschaft eine GmbH oder eine UG haftungsbeschränkt empfehlen würde. Im Einzelfall mag es sogar sinnvoll sein, noch eine GmbH & Co. KG als übergeordnete Holdinggesellschaft zu schaffen. Diese Konstruktion ist jedoch nicht Gegenstand des nachfolgenden Artikels.

Inhalt:

  1. Varianten zur Errichtung einer Holdingstruktur
  2. Einzelunternehmen in Holdingstruktur umwandeln
  3. Gesellschaft bürgerlichen Rechts umwandeln in Holding
  4. Holding gründen mit zwei neuen Kapitalgesellschaften
  5. Holding gründen mit zwei bestehenden Kapitalgesellschaften
  6. Holding gründen mittels qualifiziertem Anteilstausch

1. Varianten zur Errichtung einer Holdingstruktur

Für die Errichtung einer Holding-Struktur gibt es mehrere Varianten, wobei der Weg dorthin von der Ausgangslage abhängig ist. Oftmals besteht schon ein Einzelunternehmen, das in eine Holdingstruktur umgewandelt werden soll (2). Ähnlich ist die Gestaltung, wenn es um eine bestehende Gesellschaft bürgerlichen Rechts geht (3). Am einfachsten ist die die Errichtung einer Holdingstruktur mit der Existenzgründung, indem zunächst die Gründung der Holding-GmbH (oder UG haftungsbeschränkt) erfolgt, welche dann wiederrum die operative GmbH gründet (4). Etwas schwieriger ist die Situation, wenn zwei bestehende Kapitalgesellschaften in eine Holdingstruktur umgewandelt werden sollen (5). Die letzte hier zu besprechende Variante sieht so aus, dass bereits eine operative GmbH vorhanden ist und eine Holding-GmbH bzw. UG haftungsbeschränkt hinzukommt (6).

Die erste Variante ist die Gründung zweier Kapitalgesellschaften, die zukünftig als Mutter- und Tochtergesellschaft fungieren. Dies kann man in mehreren Kombinationen realisieren, wobei ich als Tochtergesellschaft immer eine GmbH und als Muttergesellschaft eine GmbH oder eine UG haftungsbeschränkt empfehlen würde.

Die zweite Variante ist die Errichtung einer Holding aus mindestens zwei schon bestehenden Kapitalgesellschaften, wobei eine Kapitalgesellschaft die Rolle der Holding-GmbH oder Holding-UG übernimmt, während die zweite Kapitalgesellschaft als operative GmbH dient.

Die dritte Variante ist die nachträgliche Gründung einer Holding-GmbH oder Holding-UG haftungsbeschränkt, gefolgt von der Einbringung der Anteile an einer zweiten Kapitalgesellschaft mittels qualifiziertem Anteilstausch gem. § 21 UmwStG. Mit der nachträglichen Gründung einer Holding-GmbH oder Holding-UG haftungsbeschränkt ist allerdings eine 7-jährige Sperrfrist verbunden, wenn man dies steuerfrei realisieren will.

2. Einzelunternehmen in Holdingstruktur umwandeln

Wollen Sie auch die steuerlichen Vorteile der GmbH gegenüber dem Einzelunternehmen genießen, muss das Einzelunternehmen in eine Holdingstruktur umgewandelt werden. Hierfür ist ein zweistufiges Verfahren erforderlich. Im ersten Schritt erfolgt die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH, gefolgt von der Einbringung der Anteile an dieser operativen GmbH in eine Holding-GmbH, die parallel neu zu gründen ist. Hierbei ist zu beachten, sowohl mit der Umwandlung des Einzelunternehmens in eine operative GmbH als auch mit der Einbringung der Anteile in die Holding-GmbH eine Sperrfrist von sieben Jahren verbunden ist. Ein früherer Verkauf löst jeweils eine rückwirkende Besteuerung der stillen Reserven aus. Auch im Nachhinein sind einige Formalien zu beachten, um eine rückwirkende Besteuerung dieser Vorgänge zu vermeiden.

Für die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH gibt es mehrere Möglichkeiten, die mit verschiedenen Vor- und Nachteilen verbunden sind. Neben der Ausgliederung des Einzelunternehmens in eine GmbH oder der Einbringung existieren in der Praxis noch weitere Alternativen, die allerdings ihre Tücken haben. Sowohl die Ausgliederung als auch die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH ist im Rahmen der Neugründung einer GmbH (Sachgründung) und im Rahmen einer Kapitalerhöhung (Sachkapitalerhöhung) möglich.

An dieser Stelle ist es wichtig, die jeweils bestehenden Vor- und Nachteile zu verstehen oder einen erfahrenen Rechtsanwalt zu kontaktieren, um gemeinsam zu entscheiden, welcher Weg der richtige ist.

Die Einbringung der Anteile an der operativen GmbH in die Holding-GmbH erfolgt durch einen sogenannten Anteilstausch gem. § 21 UmwStG, wobei der bisherige Einzelunternehmer seine Anteile an der operativen GmbH gegen Anteile an der Holding-GmbH tauscht. Mit dem Erwerb der Anteile an der operativen GmbH entsteht die Holding-GmbH, die Ihnen dann weitere steuerliche Vorteile bietet. Deren Unternehmensgegenstand besteht darin, die Beteiligung an der operativen GmbH (vormals Ihr Einzelunternehmen) zu halten und zu verwalten.

3. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) umwandeln in Holding

Bei der Umwandlung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in eine Holdingstruktur bestehen ähnliche Hürden wie bei der zuvor erläuterten Umwandlung des Einzelunternehmens in eine Holdingstruktur. Im ersten Schrift ist die GbR in eine GmbH umzuwandeln, was auf unterschiedlichen Wegen zu realisieren ist.

Es handelt sich um eine Umwandlung einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft, die entweder im Wege der Gesamtrechtsnachfolge (Verschmelzung, Ausgliederung), durch Formwechsel oder im Wege der Einzelrechtsnachfolge als Einbringung in eine bestehende GmbH oder zur Neugründung durchgeführt werden kann. Alle Alternativen haben ihre Vor- und Nachteile, die gegeneinander abzuwägen sind. Die goldene Lösung für alle Fälle gibt es in der Praxis jedoch leider nicht.

4. Holding gründen mit zwei neuen Kapitalgesellschaften

Da sich eine Holding-GmbH nicht grundlegend von einer klassischen GmbH unterscheidet, läuft die Gründung nach dem gleichen Schema ab wie die Gründung einer GmbH. Wer eine UG haftungsbeschränkt als Holding-UG etablieren will, orientiert sich an dem Schema zur Gründung einer UG haftungsbeschränkt, das im wesentlichen der Gründung einer GmbH entspricht, ausgenommen die Höhe des Stammkapitals. Im Übrigen verweise ich auf meine Gründungspakete zur Gründung einer GmbH oder UG haftungsbeschränkt.

Bei der Holding-GmbH liegt das Mindeststammkapital bei 25.000 Euro und die Gründungskosten bei rund 1.000 Euro. Im Falle einer UG haftungsbeschränkt als Muttergesellschaft sollte das Stammkapital nicht unter 1.000 Euro liegen. Allerdings benötigt die UG haftungsbeschränkt dann weiteres Kapital, um anfänglich zumindest den hälftigen Betrag des Stammkapitals der GmbH einzuzahlen.

Falls die operative GmbH mehrere Gesellschafter haben soll, ist eine homogene Struktur zu empfehlen, d.h. alle Gesellschafter der operativen GmbH beteiligen sich über ihre eigene Holding-GmbH oder Holding-UG daran. Eventuell ist hier noch Aufklärungsarbeit zu leisten, wobei ich zu Beginn meinen Artikel über die Möglichkeiten der Holding zum Steuern sparen empfehlen würde.

Holding-GmbH und operative Tochter-GmbH kann man sogar mit einer einmaligen Einzahlung des Mindeststammkapitals in Höhe von 25.000 Euro gründen. Zunächst erfolgt die Gründung der Holding-GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro oder mehr, wobei diese dann das eingezahlte Kapital verwendet, um die Einlagen auf das Stammkapital der Tochter-GmbH zu erbringen. Man nennt das auch Kaskadengründung. Mit der einmaligen Einzahlung des Stammkapitals lassen sich also zwei GmbHs gründen, was für viele sicher eine Überraschung ist.

5. Holding gründen mit zwei bestehenden Kapitalgesellschaften

Eine Holdingstruktur lässt sich auch noch nachträglich errichten, indem die Anteile an einer bereits bestehenden operativen GmbH im Wege des qualifizierten Anteilstauschs gem. § 21 UmwStG in eine bestehende GmbH eingebracht werden, welche dann zukünftig als Holding fungiert.

Dieser Weg ist empfehlenswert, wenn die Gewinne der operativen GmbH dauerhaft so hoch sind, dass sie aus steuerlichen Gründen nicht an die Gesellschafter fließen können, aber aus Haftungsgründen auch nicht in der Gesellschaft verbleiben können.

6. Holding gründen mittels qualifiziertem Anteilstausch

Mit dem qualifizierten Anteilstausch gem. § 21 UmwStG lässt sich auch nachträglich noch eine Holdingstruktur schaffen, wenn die operative GmbH schon besteht. In diesem Fall sind die Anteile an der operativen GmbH Gegenstand der Einbringung in die übernehmende Holding-GmbH, um so die steuerlichen Vorteile der Holdingstruktur zu nutzen. Unter Einhaltung der Voraussetzungen für den qualifizierten Anteilstausch lässt sich dieser Vorgang auch ohne Aufdeckung der stillen Reserven in den Anteilen an der operativen GmbH realisieren. Man benötigt den qualifizierten Anteilstausch vor allem dann, wenn ein Einzelunternehmen oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts in eine Holdingstruktur umgewandelt werden sollen.

Mit Rechtsanwalt zur Holding-GmbH

Mit meiner Steuerkanzlei im Münchner Süden habe ich mich auf die Beratung von Existenzgründern sowie von Unternehmern und selbständigen Freiberuflern spezialisiert. Sowohl die Gründung einer GmbH als auch die Umwandlung und Einbringung von Unternehmen in eine GmbH sind für mich nahezu Alltag. Daher kann ich Sie bei der Umwandlung Ihres Unternehmens in eine Holdingstruktur bei allen notwendigen Schritten beraten und natürlich auch weit darüber hinaus. Für die Gründung einer GmbH können Sie auch gerne mein GmbH-Gründungspaket buchen.

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