In Deutschland stehen einem oder mehreren Existenzgründern diverse Rechtsformen zur Verfügung, zwischen denen sie wählen können (Rechtsformwahl). Neben dem klassischen Einzelunternehmen für Solo-Gründer unterscheidet man grundsätzlich zwischen folgenden Rechtsformen:

Die einzelnen Rechtsformen weichen teils erheblich von einander ab, sowohl in Fragen des erforderlichen Kapitals und der Gründungskosten als auch in der Organisation und Haftung der geschäftsführenden Personen und Gesellschafter. Unterschiede bestehen nicht nur im Verhältnis zwischen diesen beiden Gruppen, sondern auch innerhalb der Personen- und Kapitalgesellschaften. Es ist daher wichtig, sich vor der Existenzgründung mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen zu beschäftigen, um die beste für die eigenen Zwecke auszuwählen.

GmbH ist beliebteste Rechtsform in Deutschland

Nach einer Erhebung aus dem Jahre 2014 gehören die GmbH und das Einzelunternehmen zu den beliebtesten Rechtsformen bei Existenzgründern in Deutschland. Fast 40% aller eingetragenen Betriebsgründungen entfielen auf die GmbH, gefolgt an zweiter und dritter Stelle vom Einzelunternehmen und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Alternativ zur GmbH greifen viele Existenzgründer auch zur Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder zur GmbH & Co. KG, die eine Mischform darstellt. Die anderen Rechtsformen spielen bei der Existenzgründung in Deutschland kaum eine praktische Rolle.

Infografik: GmbH weiter hoch im Kurs | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

1. Personengesellschaften

Zu den Personengesellschaften zählen die

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder BGB-Gesellschaft),
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG),
  • Kommanditgesellschaft (KG),
  • Stille Gesellschaft,
  • Partnerschaft.

2. Kapitalgesellschaften

Zu den Kapitalgesellschaften zählen folgende Rechtsformen:

3. Mischformen

Neben den reinen Personen- und Kapitalgesellschaften gibt es eine Reihe von Misch- und Sonderformen, bei denen die Vorteile der beiden Gruppen miteinander kombiniert werden. Es handelt sich insbesondere um folgende Rechtsformen:

  • GmbH & Co. KG;
  • GmbH & Still.

4. Europäische Rechtsformen

Aufgrund verschiedener Urteile des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ist es in Deutschland auch möglich, eine ausländische Rechtsform aus dem Raum der Europäischen Union zu nutzen.

  • Europäische Aktiengesellschaft.

In Planung ist die Europäische Privatgesellschaft.