Heute dominiert Google noch die Suche im Internet nahezu monopolmäßig, aber es ist fraglich, ob wir auch in Zukunft mit deren Hilfe im Internet suchen. Die erste Suchmaschine namens Archie stammte aus dem Jahre 1990 und wurde vor genau 25 Jahren an der McGill Universität in Montreal entwickelt. In den Jahren 1994 und 1995 folgten Lycos, Yahoo! und Altavista, die mit Ausnahme von Yahoo! heute allesamt in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind.

Wie wir in Zukunft im Internet suchen

Wie bei Apple und Microsoft begann auch die Geschichte von Google in einer kleinen Garage im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Heute gehört Google – oder besser gesagt Alphabet – zu den bedeutendsten Unternehmen der USA, das mit der Suche im Internet nach wie vor den Großteil seiner Einnahmen verdient. Die Gründen gehören wie Steve Jobs und Bill Gates zu den erfolgreichsten Unternehmern der Welt.

Soziale Netzwerke, so wurde in den letzten Jahre immer wieder gemunkelt, könnten sich beim Wettbewerb um Werbegelder schon bald zu ernsthaften Konkurrenten der Suchmaschinen mausern. Der kürzlich veröffentlichte Digital Market Outlook von Statista macht den direkten Vergleich möglich. Demnach sind Netzwerke wie Facebook bislang noch keine echte Gefahr für Google.

Google verdient weiterhin prächtig mit Suchanfragen

In Deutschland werden dieses Jahr beispielsweise geschätzte 51 % der digitalen Werbeausgaben auf Suchmaschinen entfallen, aber nur 5 % auf Soziale Netzwerke. Bei dieser Machtverteilung besteht für Google hierzulande wohl kein echter Grund zur Sorge. In anderen Märkte ist die Konkurrenz dagegen schon deutlicher spürbar. So liegt der Netzwerk-Anteil am digitalen Werbekuchen in den USA bei 14 %, in Brasilien sind es sogar 19 %. Indes zeigen die Berechnungen der Statista-Analysten, dass sich an der grundsätzlichen Machtverteilung zu Gunsten der Suchmaschinen in den nächsten fünf Jahren nichts ändern wird.

Infografik: Netzwerke noch keine echte Gefahr für Google und Co. | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Mobil im Internet

Während Google zwar regelmäßig an seinem Algoryhtmus arbeitet und diesen auf Veränderungen im Online-Markt anpasst, ändert sich auch das Suchverhalten der Menschen. Wir verbringen mehr und mehr Zeit in Sozialen Netzwerken und greifen zunehmend mit dem Smartphone auf das Internet zu. Schon im vergangenen Jahr war abzusehen, dass Mobile der Wachstumsmarkt schlechthin werden wird. Immerhin surften schon mehr als die Hälfte der Deutschen mobil im Internet.

Infografik: 54% der Deutschen surfen mobil | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Mehr Suchanfragen über Smartphones

2015 ist das Jahr, in dem erstmals mehr Suchanfragen über das Smartphone als über den Desktop gezählt werden. Smartphone-Apps sind hier die treibende Kraft und der Mobile-Trend steht erst am Anfang. Trotz aller Bemühungen gelingt es Google (zumindest in meinen Augen) immer weniger, qualitativ hochwertige Suchergebnisse zu liefern. Stattdessen überwiegt das Gefühl, in einem Wust von wertlosen Informationen in Form von Nachrichten, Artikeln oder Bildern zu versinken. Zur gleichen Zeit werden Smartphones immer intelligenter und übernehmen mittels Sprachsteuerung die Rolle eines persönlichen Assistenten.

Und mit den zunehmenden Verbesserungen bei der Bilderkennung (Visual Search) warten schon die nächsten Aspiranten, sich ein großes Stück vom Kuchen abzuschneiden, den sich bislang Google einverleibte. Wer schon mal nach einer bestimmten modischen Hose, Jacke oder Brille gesucht hat, musste recht schnell erkennen, dass die Suche mittels Worten nur begrenzt erfolgreich ist.

Farben, Muster und Formen lassen sich mit Worten eben nicht beschreiben. Visual Search ist hier die Lösung, die auf Basis von Fotos, Bildern oder Anzeigen nach identischen oder ähnlichen Objekten sucht, idealerweise kombiniert mit den besten Angeboten, Coupons oder Gutscheinen. In den USA sind die großen Handelsplattformen wie Home Depot oder Neiman Marcus gerade dabei, ihre In-House-Apps mit den Funktionalitäten einer Bilderkennung auszurüsten. Die Besucher sollen im Sinne einer Visual Search die Möglichkeit haben, auf Basis von Bildern nach ganz bestimmten Produkten zu suchen.

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