Gold und Silber sind die letzten Anker, wenn das Vertrauen der Bürger in ihre Währungen verloren geht. Venezuela ist nur ein weiteres Beispiel in der Geschichte der Menschheit, in der sich der Zusammenbruch von Währungen ständig wiederholt. Nach einer jahrelangen Talfahrt glänzen Gold und Silber auch an den Finanzmärkten wieder, wo sie in 2016 zu den größten Gewinnern gehörten. Noch besser liefen die Investments in Aktien von Minengesellschaften. Allerdings ist hier zu ergänzen, dass diese in den vorausgegangenen Jahren enorm an Wert verloren hatten. Wer zu Beginn des Jahres 2016 auf Edelmetalle gesetzt hatte, konnte sich im Nachhinein über traumhafte Renditen freuen.

Gold und Silber als sicherer Hafen

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Gold und Silber wieder glänzen. Einer davon dürften die Notenbanken sein, die seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 mit immer verzweifelteren Maßnahmen versuchen, ihre heimische Wirtschaft anzukurbeln.

Darüber hinaus fungieren Edelmetalle in turbulenten Zeiten als „sicherer Hafen“ und als Alternative für Investoren, denen angesichts Null- und Minuszinsen bei Staatsanleihen die Möglichkeiten wegbrechen, ihr Geld sicher und mit Rendite anzulegen. 

Mit einer „zinslosen“ Welt ist sogar eines der kräftigsten Argumente weggefallen, dass Edelmetalle eben keine Zinsen erwirtschaften.

Vermögen sichern bei Inflation

Gold und Silber gehören in der Regel zu den besten Instrumenten, um sein Vermögen auch bei hoher Inflation vor Wertverlusten zu schützen.

Wie sieht es jedoch aus, wenn wir es in naher Zukunft mit einer Deflation zu tun bekommen? In dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen behaupten, dass Edelmetralle genauso wie Bargeld zu den Gewinnern einer Deflation gehören. Die anderen sagen, dass sie während einer Deflation wie alle anderen Sachwerte auch im Wert verlieren.

Vermögensanlage in Gold und Silber

Unabhängig davon gehören Gold und Silber zu einer diversifizierten Vermögensanlage dazu. Ein Anteil von 10% bis 15% sollten Edelmetalle in jedem Portfolio erreichen. Dieser Teil kann wiederrum zur Hälfte in physischer Form und zur anderen Hälfte in Form von Investionen in Minenaktien angelegt sein.

Physisches Gold und Silber in Form von Barren oder Münzen sollte jedoch in jedem Fall die Basis einer ausgewogenen Vermögensanlage und Absicherung für Krisenzeiten sein. Letztere liegen ohne Zweifel noch vor uns.

Beim Kauf von Edelmetallen in physischer Form ist stets darauf zu achten, dass der Aufschlag gegenüber den aktuellen Kursen möglichst gering ausfällt. Diesbezüglich sind gängige Münzen und Barren mit den geringsten Aufgeldern belastet. Ferner ist darauf zu achten, dass in gängige Barrengrößen anerkannter Produzenten bzw. in international bekannte Münzen investiert wird. Beispiele für Gold sind 100g Barren von Degussa oder Krügerrand-Münzen.

Wer in Edelmetalle investiert, sollte die Vermögensanlage in diesem Sektor erneut diversifizieren: Physische Edelmetalle, ETCs (Exchange Traded Commodities), Aktien von Minenunternehmen oder ETFs stehen zur Verfügung.

Gold oder Silber

Last but not least stellt sich die Frage, ob Gold oder Silber die bessere Wahl ist. In beiden Fällen kann man physisch, in Aktien oder in Papierform investieren.

Wenn man sich das Gold-Silber-Verhältnis betrachtet, erscheint Silber nach heutigem Stand günstiger und daher aussichtsreicher (Stand 08/2016). Das Gold-Silber-Verhältnis (auch Gold-Silver-Ratio) beziffert die Menge Silber, die man für 1 oz Gold bekommt. Je länger man in die Vergangenheit zurückschaut, desto mehr nähert man sich einem fairen Verhältnis von 1:20 an. Für 1 oz Gold bekommt man 20 oz Silber.

Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Silber deutlich größeren Schwankungen ausgesetzt ist, d.h. der richtige Einstiegszeitpunkt ist umso wichtiger. Da Silber auch industriellen Zwecken dient, ist die Nachfrage und somit der Preis auch von der globalen Konjunktur abhängig.

Gold und Silber glänzen wieder
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