Testament

Mit dem Testament trifft ein Erblasser eine einseitige, letztwillige Verfügung von Todes wegen, in der er/sie regelmäßig seine Erben bestimmt und dadurch die gesetzliche Erfolge ausschließt. Die Möglichkeiten eines Testaments gehen jedoch weit darüber hinaus, da ein Erblasser daneben auch Vermächtnisse anordnen, Erben mit Auflagen belasten oder sonstige Regelungen für den Todesfall treffen kann. Das eigenhändige Testament ist die häufigste Form für Erblasser, um ein Testament zu schreiben und dadurch seinen Nachlaß zu regeln. Für Ehegatten gibt es darüber die Möglichkeit, die Erbfolge durch ein gemeinschaftliches Testament zu bestimmen. Der große Vorteil besteht darin, durch eine einfache schriftliche Regelung eine Verteilung des Vermögens nach dem Tod nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen. Ohne rechtlichen Beistand besteht jedoch immer die Gefahr, sich auf Basis aktueller Emotionen oder Halbwissen zu einer undurchdachten und somit schlechten Nachlaßregelung hinreißen zu lassen.

Inhalt:

  1. Testament schreiben
  2. Eigenhändiges Testament
  3. Gemeinschaftliches Testament
  4. Öffentliches Testament

1. Testament schreiben

Voraussetzung für eine wirksame Errichtung ist die Testierfähigkeit des Testators, also desjenigen, der seinen Nachlass durch eine Verfügung von Todes wegen abweichend von der gesetzlichen Erbfolge regeln will. Die Testierfähigkeit ist eine Unterart der Geschäftsfähigkeit, die  gem. § 2229 BGB

  • mit Vollendung des 16. Lebensjahres entsteht, sofern
  • keine krankhafte Störung der Geistestätigkeit besteht und
  • der Erblasser auch nicht wegen einer Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung unfähig ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.

Sofern die Testierfähigkeit zu bejahen ist, unterliegt der Erblasser bei der Errichtung seiner Verfügung von Todes wegen keinen inhaltlichen Beschränkungen (= Testierfreiheit). Dem Erblasser steht es danach frei, wer als Erbe eingesetzt werden soll oder ob gesetzliche Erben von der Erbschaft ausgeschlossen (enterbt) werden. Dessen ungeachtet ist zu berücksichtigen, dass Ehegatten und Kinder im Falle der Enterbung einen sog. Pflichtteilsanspruch gegen die testamentarischen Erben haben, der i.d.R. auf Geld gerichtet ist.

2. Eigenhändiges Testament

Das eigenhändige Testament ist die häufigste Form, seinen letzten Willen betreffend den eigenen Nachlaß zu regeln. Hierfür ist weder ein Notar noch ein anderer Amtsträger notwendig, so dass insoweit auch keine Kosten entstehen, um eine Verfügung von Todes wegen anzuordnen. Es muss gem. § 2247 Abs. 1 BGB jedoch zwingend

  • eigenhändig geschrieben und
  • unterschrieben

sein. Eigenhändig bedeutet, den letzten Willen persönlich und in vollem Umfang handschriftlich zu schreiben. Eine Vertretung ist hierbei nicht möglich und führt ggf. zur Unwirksamkeit. Eine Hilfestellung ist jedoch gestattet.

Die eigenhändige Unterschrift sollte den Vor- und Familiennamen des Erblassers enthalten, versehen mit aktuellem Datum. Die Unterschrift muss den textlichen Inhalt am Ende des Textes sozusagen räumlich abschließen. Natürlich ist es zulässig, bei der inhaltlichen Gestaltung des Testaments rechtskundigen Rat bei einem Rechtsanwalt einzuholen oder sich eine Vorlage erstellen zu lassen.

3. Gemeinschaftliches Testament

Für Ehegatten gibt es gem. § 2265 BGB die Möglichkeit, ein gemeinschaftliches Testament (Ehegattentestament) zu schreiben, in dem die Ehegatten gleichzeitig und gemeinschaftlich eine oder mehrere Verfügungen von Todes wegen anordnen. Die Ehegatten können aber auch völlig selbständige Verfügungen von Todes wegen bzw. sonstige Anordnungen für den Todesfall treffen. Zur wirksamen Errichtung ist es ausreichend, wenn einer der Ehegatten das Testament in der oben (vgl. eigenhändiges Testament) beschriebenen Form schreibt und der andere die Erklärung eigenhändig mitunterzeichnet, wobei auch hier Ort und Datum der Mitunterzeichnung angegeben werden sollte. Eine häufige Form des gemeinschaftlichen Testaments ist das sog. Berliner Testament.

4. Öffentliches Testament

Das öffentliche Testament (auch notarielles Testament genannt) wird hingegen zur Niederschrift eines Notars errichtet, indem der Erblasser dem Notar seinen letzten Willen mündlich erklärt oder ihm einen schriftlichen Entwurf mit der Erklärung übergibt, dass die Schrift seinen letzten Willen enthält. Für minderjährige, stumme oder blinde Erblasser ist diese die einzige Form, um eine letztwillige Verfügung von Todes wegen anzuordnen. Die Notargebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), das am 01.08.2013 in Kraft getreten ist.

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