München ist nicht erst seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland die Fußballstadt Nr. 1 in Deutschland. Kaum zu glauben, aber erst seit dieser Zeit besitzt Bayerns Landeshauptstadt ein angemessenes Fußball-Stadion. Benannt ist es nach dem Münchner Versicherungskonzern als Allianz-Arena. Entstanden ist das Fußball-Stadion nach dem Entwurf der bekannten Architekten Herzog & de Meuron, um den Vergleich mit anderen großen Fußball-Stadien dieser Welt aufzunehmen.

Aussicht vom Olympiaturm auf die Allianz Arena in Fröttmaning von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Langer Weg zur Fußball-Stadt München

Lange Zeit war der FC Bayern München mit dem Olympiastadion am Mittleren Ring unzufrieden, das seit den Olympischen Spielen 1972 schon sehr in die Jahre gekommen und auch nicht wirklich als Fußball-Stadion geplant war. Als der FC Bayern München die Deutsche Meisterschaft gewann und der TSV 1860 München gleichzeitig beim UEFA Cup mitspielte, wurden die Rufe nach einem modernen Fußball-Stadion unüberhörbar. Die Stadt München hielt anfangs noch dagegen und bevorzugte einen Umbau des Olympiastadions.

Bürgerentscheid für neues Fußball-Stadion in München

Erst 1999 konnten sich die Münchner Vereine und die Stadt München nach langen Diskussionen einigen. Der damalige Oberbürgermeister Ude, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Wildmoser fassten den Beschluss für einen Neubau außerhalb der Stadt. Die Neue Messe Riem galt zunächst als Favorit mit den besten Standortfaktoren. Danach rückte jedoch der jetzige Standort in Fröttmaning an der A 9 nach Nürnberg in den Vordergrund, gefolgt von einer Bestätigung im Juli 2001. Im Oktober 2001 bestätigte ein Bürgerentscheid, dass sich die Münchner für den Neubau des Fußballstadions in Fröttmaning entschieden haben.

Herzog & de Meuron Entwurf gewinnt

Nach Durchführung einer Ausschreibung standen im Dezember 2001 zwei Entwürfe in der engeren Auswahl. Neben den international anerkannten Architekten Herzog & de Meuron legte auch der Architekt Meinhard von Gerkan einen Entwurf vor, der es in die engere Auswahl schaffte. Die Entscheidung fiel im Februar 2002 dann für den Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron. Dieser fand schnell weltweite Anerkennung als bestes Beispiel einer modernen und funktionalen Architektur. Die Grundsteinlegung für die Allianz-Arena erfolgte am 21. Oktober 2002.

Schmiergeld-Skandal um Wildmoser

In 2004 gab es einigen Zündstoff wegen des Schmiergeldskandals um Karl-Heinz Wildmoser jun., den der Bundesgerichtshof in letzter Instanz zu 4 1/2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilte. Lange Zeit war unklar, ob auch dessen Vater Karl-Heinz Wildmoser, ehemaliger Präsident des TSV 1860 München und Festwirt auf dem Oktoberfest München, in den Schmiergeld-Skandal um den Bau des neuen Fußball-Stadions verwickelt war. Vor der endgültigen Entscheidung des BGH hatte die Familie Wildmoser noch auf eine mildere Strafe gehofft, da eine Befangenheit der Richterin Knöringer am Landgericht München im Raum stand.

Eröffnung der Allianz-Arena und die Fußball-WM 2006

Die Eröffnung der Allianz Arena erfolgte im Mai 2005 mit einer gemeinsamen Mega-Veranstaltung des FC Bayern München und des TSV 1860 München. Mit dem 1. Spiel des TSV 1860 München gegen den 1 FC Nürnberg bestand das Stadion seine erste Bewährungsprobe. Schon am 09. Juni 2006 startete die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der Allianz Arena.

München, BMW und Allianz-Arena am Abend von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Rund um die Allianz-Arena

Der Zugang zur Allianz Arena erfolgt über die Esplanade, die das Stadion mit dem neuen U-Bahnhof Fröttmaning auf einem 543 Meter langen und 136 Meter breiten Grünstreifen verbindet. Unter der Esplanade befinden sich Ticketschalter, Fanshops und Parkplätze. Der öffentliche Nahverkehr wurde in Richtung Allianz Arena umfassend ausgebaut. Vom Marienplatz gelangt man mit der U 6 in rund 20 Minuten zum U-Bahnhof Fröttmaning und von dort eben über die Esplanade direkt zum Stadion.

Auch das Straßennetz wurde rund um die Allianz Arena mit neuen Auf- und Abfahrten von der A 9 und der A 99 erweitert. Ein Parkleitsystem sorgt dafür, dass die Zuschauer mit dem Pkw möglichst reibungslos auf die knapp 10.000 Stellplätze der Parkhäuser verteilt werden. Der Anschluß ans Stadion erfolgt auf der A 9 durch die neue Anschlußstelle Fröttmaning bzw. an der A 99 westlich des Autobahn-Kreuz München Nord.

Über die Fußball-Stadt München
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