Das Gesetz betreffend die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH-Gesetz) regelt neben der Errichtung einer GmbH die Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter; ferner die Vertretung der Gesellschaft nach außen und die Geschäftsführung sowie Änderungen des Gesellschaftsvertrages, ihre Auflösung und die Nichtigkeit der Gesellschaft. Ergänzt werden die Regelungen durch Ordnungs-, Straf- und Bußgeldvorschriften. 

Gesetz zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Das GmbH-Gesetz ist am 1. März 1892 im Deutschen Reichstag verabschiedet worden. Es ist am 19. Mai 1892 erstmals in Kraft getreten, wobei es zum damaligen Zeitpunkt weder ein historisches Vorbild noch ein vergleichbares Gesetz in anderen Ländern gab. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist sozusagen eine deutsche Erfindung.

Ziel des Gesetzgebers war die Schaffung einer weiteren Rechtsform mit beschränkter Haftung (neben der bereits bestehenden Aktiengesellschaft), die auch für Existenzgründer bzw. kleine und mittlere Unternehmen mit begrenztem Gesellschafterkreis geeignet ist.

Inzwischen ist die GmbH neben dem Einzelunternehmen trotz ihrer höheren Gründungskosten die beliebteste Rechtsform in Deutschland. Dank ihrer vielfältigen Vorteile gegenüber anderen Rechtsformen ist sie nahezu für jeden Unternehmenszweck eignet, sogar für gemeinnützige Zwecke.

Gliederung des GmbH-Gesetzes

Das GmbH-Gesetz enthält insgesamt 6 Abschnitte, die wie folgt gegliedert sind:

  1. Errichtung der Gesellschaft in §§ 1 ff GmbHG;
  2. Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter in §§ 13 ff GmbHG;
  3. Vertretung und Geschäftsführung in §§ 35 ff GmbHG;
  4. Abänderungen des Gesellschaftsvertrages in §§ 53 ff GmbHG;
  5. Auflösung und Nichtigkeit der Gesellschaft in §§ 60 GmbHG;
  6. Ordnungs-, Straf- und Bußgeldvorschriften in §§ 78 GmbHG.

Für die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gelten die Regelungen des GmbH-Gesetzes entsprechend, soweit nicht besondere Vorschriften bestehen wie z.B. in § 5a GmbHG.

GmbH-Reform 2008

Die letzte grundlegende Reform des GmbH-Gesetzes erfolgte durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG). Dieses ist am 01. Novemer 2008 in Kraft getreten und brachte neben zahlreichen Verbesserungen auch die Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) mit sich.

GmbH-Novelle 1981

Die erste grundlegende Reform des GmbH-Rechts erfolgte am 01.01.1981 durch das Gesetz zur Änderung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung und anderer handelsrechtlicher Vorschriften. Im wesentlichen handelte es sich um gesetzliche Anpassungen an die Rechtsprechung zur GmbH, die immerhin auf eine Entwicklung von rund 90 Jahren zurückblickte.

GmbH-Gesetz
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