Bei der GmbH-Gründung sind im Gegensatz zum Einzelunternehmen oder zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) einige Formalitäten zu beachten und verschiedene Gründungsphasen zu unterscheiden. Im nachfolgenden Text stelle ich die wesentlichen Schritte zur Gründung einer GmbH vor. Es beginnt mit dem Entschluß der Gesellschafter, eine GmbH zu gründen, gefolgt von der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages und der Bestellung der Geschäftsführer. Anschließend sind die Gesellschafter zur Aufbringung des Stammkapitals verpflichtet, bevor die Geschäftsführer die Eintragung im Handelsregister beantragen. Man kann eine GmbH gründen im Wege der Bar- oder Sachgründung, aber auch als gemischte Bar- und Sachgründung. In allen Fällen ist mindestens ein Stammkapital in Höhe von EUR 25.000,00 festzulegen und der Gesellschaft unbelastet zur Verfügung zu stellen. Die Gründung einer GmbH mit einem Gesellschafter dauert im idealerweise weniger als 10 Tage. Bei mehreren Personen ist etwas mehr Vorbereitung nötig, um die GmbH zu gründen. Hier sind regelmäßig unterschiedliche Interessen und familiäre Verhältnisse der Gründungsgesellschafter zu berücksichtigen. Ein weiteres vielfach unterschätztes Thema ist die Sozialversicherungspflicht der Gesellschafter-Geschäftsführer, die sich in erster Linie nach den Vereinbarungen in der Satzung richtet. Die Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) folgt im wesentlichen dem gleichen Schema.

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Inhalt:

  1. Zweck und Anzahl der Gründer
  2. Vorgründungsgesellschaft
  3. Notarielle Berurkundung des Gesellschaftsvertrages und Bestellung der Geschäftsführer
  4. Vorgesellschaft (Vor-GmbH)
  5. Kapitalaufbringung des Stammkapitals
  6. Gründungskosten
  7. Eintragung ins Handelsregister
  8. Gewerbeanmeldung
  9. Steuerliche Erfassung beim Finanzamt
  10. Servicepaket zur Gründung einer GmbH

1. Zweck und Anzahl der Gründer

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kann gem. § 1 GmbHG durch einen oder mehrere Gesellschafter zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck errichtet werden. Der Begriff „errichten“ ist gleichbedeutend mit „GmbH gründen“.

a) Zwecke der GmbH

In der Regel verfolgen die Gründer einer GmbH den wirtschaftlichen Zweck der Gewinnerzielung im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit. Daneben erlangt die GmbH auch zunehmende Bedeutung zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit. Zu nennen sind hier insbesondere die

  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (§ 27 Abs. 1 WPO),
  • Steuerberatungsgesellschaft (§ 49 Abs. 1 StBerG),
  • Rechtsanwaltsgesellschaft (§§ 59c ff BRAO) oder
  • Patentanwalts-GmbH (§§ 52c ff PatAnwO).

Auch für Architekten und Ingenieure ist die GmbH als Rechtsform zulässig und beliebt.

Daneben kann die GmbH auch für gemeinnützige oder ideelle Zwecke ohne Gewinnerzielungsabsicht gegründet werden.

Interessant ist die GmbH auch als Alternative zur privaten Stiftung, um so der staatlichen Aufsicht zu entgehen.

Vereinbaren die Gesellschafter einen gesetzlich unzulässigen Zweck (§ 134 BGB) oder liegt ein Verstoß gegen die guten Sitten vor (§ 138 BGB), ist der Gesellschaftsvertrag nichtig und die Eintragung im Handelsregister abzulehnen. Dies wäre der Fall beim Betrieb einer Apotheke gem. § 8 ApoG oder eines Bordells.

b) Gesellschafter der GmbH

Als Gründer sind insbesondere zugelassen:

Besonderheiten bei der GmbH-Gründung ergeben sich bei Beteiligung der folgenden Personen:

  • Verheiratete Personen,
  • minderjährige Kinder,
  • unter Betreuung stehende Personen,
  • Ausländer und
  • Gesellschaften mit Sitz außerhalb Deutschlands.

Minderjährige Kinder werden bei der Errichtung einer GmbH durch ihre gesetzlichen Vertreter vertreten. Sind diese selbst an der GmbH-Gründung beteiligt, muss ein Pfleger bestellt werden (§§ 1629, 1795, 1909 BGB). Darüber hinaus ist gem. § 1822 Nr. 2 BGB auch eine Genehmigung des Familiengerichts erforderlich.

Die Gründung einer GmbH unter Beteiligung eines ausländischen Unternehmens kann bisweilen kompliziert werden.

2. Vorgründungsgesellschaft

Ab dem Entschluss der Gründungsgesellschafter zur Errichtung einer GmbH bis hin zur notariellen Berurkundung des Gesellschaftsvertrages spricht man von einer sog. Vorgründungsgesellschaft. Hierbei handelt es sich um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Richtet sich der Geschäftszweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbe und liegen ausreichende Anhaltspunkte für eine entsprechende Ausgestaltung und Einrichtung vor, ist von einer OHG auszugehen. In dieser Gründungsphase haftet der tatsächliche Inhaber des Unternehmens bei unternehmensbezogenen Geschäften unbeschränkt. Dies gilt selbst dann, wenn die GmbH später ins Handelsregister eingetragen wird. Aus diesem Grund ist den Gründungsgesellschaftern dringend zu empfehlen, in diesem Stadium der GmbH-Gründung keine Verbindlichkeiten einzugehen.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Inhalt des Gesellschaftsvertrages zu vereinbaren. Bedeutend sind insbesondere die folgenden Punkte:

  1. Firmierung;
  2. Unternehmensgegenstand;
  3. Höhe des Stammkapitals;
  4. Aufteilung der Stammeinlagen und in welcher Form diese zu erbringen sind (= Bar- oder Sachgründung).

Praxistipp: Die ersten beiden Punkte sind vor der notariellen Berurkundung des Gesellschaftsvertrages mit der örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer abzustimmen.

3. Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages und Bestellung der Geschäftsführer

Zusammen mit der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages bestellen die Gesellschafter den oder die Geschäftsführer der GmbH. Hiermit beginnt das Amt der Geschäftsführer mit den gesetzlich definierten Aufgaben und Pflichten der Geschäftsführer. Hierzu gehört die Einforderung der Stammeinlagen und die Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung ins Handelsregister. Erst mit der Eintragung ins Handelsregister wandelt sich die Vor-GmbH automatisch mit allen Aktiva und Passiva in eine GmbH um.

4. Vorgesellschaft (Vor-GmbH)

Mit der notariellen Berurkundung des Gesellschaftsvertrages entsteht die Vorgesellschaft (Vor-GmbH), die erst mit der Eintragung im Handelsregister endet. Die Vorgesellschaft ist

  • unbeschränkt handlungsfähig,
  • namensfähig und
  • firmenrechtsfähig.

Sie kann auch Träger von Rechten und Pflichten werden, insbesondere ein Geschäftskonto eröffnen, auf das später das Stammkapital einzuzahlen ist. Bis zur Eintragung im Handelsregister ist der Zusatz „in Gündung“ oder „i.Gr.“ in die Firmierung aufzunehmen.

Handelndenhaftung

Bis zur Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister haften die Handelnden gegenüber etwaigen Gläubigern persönlich und solidarisch (§ 11 Abs. 2 GmbHG). Handelnde sind i.d.R. die Geschäftsführer bzw. die Personen, die wie Geschäftsführer auftreten. Die Handelndenhaftung erlischt erst mit Eintragung der GmbH ins Handelsregister.

Die Gründungsgesellschafter haften gegenüber der Vorgesellschaft (nicht gegenüber etwaigen Gläubigern der Vorgesellschaft) unbeschränkt und entsprechend ihrem Anteil am Stammkapital (= Verlustdeckungshaftung).

Scheitert die Eintragung im Handelsregister aus irgendwelchen Gründen, liegt eine sog. unechte Vorgesellschaft vor, in der die Gesellschafter wie bei einer Personengesellschaft für Verbindlichkeiten der Gesellschaft persönlich und gesamtschuldnerisch haften.

5. Kapitalaufbringung des Stammkapitals

Zu den ersten Aufgaben der Geschäftsführer gehört es, die Gründungsgesellschafter zur Aufbringung des gezeichneten Stammkapitals aufzufordern. Je nach Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag müssen die Gesellschafter ihre Bar- oder Sacheinlagen erbringen. Die Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister darf erst erfolgen, wenn die Gründungsgesellschafter das Mindeststammkapital nach den Regelungen in § 7 GmbHG zur freien Verfügung der Geschäftsführer erbracht haben.

6. Gründungskosten bei GmbH-Gründung

Die Gründungskosten einer GmbH sind in erster Linie von der Zahl der Gründungsgesellschafter und von der Höhe des Stammkapitals abhängig und bestimmen sich bezüglich der zwingend anfallenden Notargebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), das am 01.08.2013 in Kraft getreten ist.

7. Eintragung der GmbH ins Handelsregister

Das zuständige Registergericht prüft zunächst die ordnungsgemäße Gründung der GmbH in formaler Hinsicht. Darüber hinaus besteht auch ein beschränktes Prüfungsrecht, ob die Kapitalaufbringung des Stammkapitals ordnungsgemäß erfolgt ist, insbesondere bei der Sachgründung. Stellt das Registergericht im Rahmen der GmbH-Gründung formelle Mängel fest, wird zunächst eine Zwischenverfügung erlassen, verbunden mit der Aufforderung, den Mangel innerhalb einer bestimmten Frist zu beheben.

Ergeben sich bei der Prüfung durch das Registergericht keine Mängel, wird die Gesellschaft in Abteilung B des Handelsregisters eingetragen. Eingetragen werden folgende Firmenangaben:

  • Firma;
  • Sitz;
  • Unternehmensgegenstand;
  • Stammkapital;
  • Datum der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages;
  • Geschäftsführer mit Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Wohnort.

Darüber hinaus ist eine zustellungsfähige Anschrift der Gesellschaft anzugeben.

8. Gewerbeanmeldung

Mit der Eintragung ins Handelsregister ist die GmbH voll rechtsfähig und die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen wirksam entstanden. Ab diesem Zeitpunkt können die Geschäftsführer guten Gewissens die Gewerbeanmeldung erledigen und die Geschäfte im Namen und auf Rechnung der GmbH aufnehmen. Sofern der Geschäftsbetrieb eine besondere Gewerbeerlaubnis benötigt, sollte dies schon zu einem früheren Zeitpunkt geklärt werden.

9 Steuerliche Erfassung der Gesellschaft beim Finanzamt

Die Registrierung der Gesellschaft und der Gründungsgesellschafter beim zuständigen Finanzamt erfolgt durch Zusendung eines Fragebogens zur steuerlichen Erfassung. Dem ausgefüllten Fragebogen sind zumindest foglende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie des Gesellschaftsvertrages (Satzung);
  • ggf. Abschriften der Geschäftsführerverträge;
  • Eröffnungsbilanz.

Anschließend erhält die GmbH ihre Steuernummer und ggf. auch eine USt-IdNr., die vor allem im Zusammenhang mit innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen benötigt wird.

10. Servicepaket zur GmbH-Gründung in Deutschland

Mit meiner Kanzlei in München habe ich mich seit vielen Jahren auf die steuer- und gesellschaftsrechtliche Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen spezialisiert. Daher stehe ich Ihnen sowohl bei der Gründung Ihrer GmbH als auch bei der anschließenden steuerrechtlichen Beratung gerne zur Seite. Das nachfolgende Servicepaket können Sie gerne in Anspruch nehmen, wenn Sie Ihre Geschäftsidee im Rahmen einer Kapitalgesellschaft in Deutschland realisieren wollen, z.B. mit Sitz in Berlin, Leipzig, München oder Köln.

a) GmbH gründen in Deutschland

Zum Zwecke der Bargründung einer GmbH in Deutschland biete ich Ihnen folgenden Service zum Festpreis in Höhe von 375,00 EUR zzgl. 19% USt an:

  1. Telefonische Erstberatung zur GmbH-Gründung im Wege der Bargründung (ca. 45 bis 60 Minuten).
  2. Abstimmung der Firmierung und des Unternehmensgegenstands mit IHK/Handwerkskammer.
  3. Erstellung eines Gesellschaftsvertrages auf Basis eines Fragebogens (bis zu 3 Gesellschafter).
  4. Begleitende Mitwirkung und Beratung i.S. Kontoeröffnung, Einzahlung des Stammkapitals, Eintragung ins Handelsregister, Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung beim Finanzamt mit Erteilung einer Steuernummer und Muster einer Eröffnungsbilanz).

In dem oben genannten Festpreis ist auch die Prüfung der Sozialversicherungspflicht der Gesellschafter-Geschäftsführer im Falle einer Mehrpersonen-Gesellschaft inbegriffen.

Gegen einen Aufpreis in Höhe von EUR 150,00 zzgl. 19% USt erhalten Sie ein Muster eines Geschäftsführeranstellungsvertrages für einen Gesellschafter-Geschäftsführer.

b) Steuerberatung, Buchführung, Jahresabschluß und Steuererklärungen

Hat die Gesellschaft ihren Sitz

  • im Großraum München oder in den
  • Landkreisen Bad-Tölz, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Miesbach, Starnberg oder Wolfratshausen

erstelle ich Ihnen auch gerne ein individuelles Angebot zu folgenden Leistungen:

  • Laufende Buchführung mit USt-Voranmeldungen;
  • Lohnabrechnung;
  • Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie ggf. Anhang);
  • Jahressteuererklärungen.

Hierfür benötige ich ungefähre Angaben zu folgenden Positionen:

  • Höhe des Jahresumsatzes;
  • Anzahl der Mitarbeiter;
  • Bilanzsumme.

Mit dem nachfolgenden Formular können Sie Kontakt zu mir aufnehmen und darin kurz Ihre Vorstellungen und Wünsche schildern.

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