Die GmbH kann neben der Gesellschafterversammlung und Geschäftsführung weitere Organe mit unterschiedlichen Aufgaben haben. Die einfache Organisation mit klarer Aufgabenverteilung und Trennung zwischen Gesellschafter und Geschäftsführer gehört zu den elementaren Vorteilen der GmbH. Die Gesellschafter bestimmen in der Gesellschafterversammlung die grobe Richtung und die Geschäftsführer setzen diese in der Praxis um. Zusätzlich können die Gesellschafter einen Beirat und einen Aufsichtsrat bilden, der die Gesellschafter bzw. Geschäftsführer berät bzw. überwacht.

Inhalt:

  1. Wesensmerkmale der GmbH
  2. Aufgabenverteilung in der GmbH
  3. Organe der GmbH
  4. Die Gesellschafterversammlung der GmbH
  5. Geschäftsführung
  6. Beirat
  7. Aufsichtsrat

1. Wesensmerkmale der GmbH

Die GmbH gehört zur Gruppe der Kapitalgesellschaften, bei denen das eingesetzte Kapital der Gesellschafter im Vordergrund steht, während deren persönlicher Einsatz eher in den Hintergrund tritt, falls sie nicht gleichzeitig Mitglied der Geschäftsführung sind. Die Geschicke und die zukünftige Entwicklung der GmbH werden in den Organen der GmbH bestimmt, wobei die Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung nur eine grobe Richtung vorgeben und die Geschäftsführer die Aufgabe haben, die vorgegebenen Ziele in eigener Entscheidung umzusetzen.

Die Rechtsgrundlagen für die GmbH befinden sich im GmbH-Gesetz (GmbHG). Es handelt sich um eine Handelsgesellschaft kraft Rechtsform mit eigener Rechtspersönlichkeit, die grundsätzlich zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck gegründet werden kann. Als solche ist die GmbH selbst Träger von Rechten und Pflichten. Sie kann Eigentum erwerben, vor Gericht klagen und verklagt werden. Für die Verbindlichkeiten der GmbH haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen der GmbH (Haftungsbeschränkung), ein weiterer zentraler Vorteil dieser Rechtsform. Daher bestimmt das GmbH-Gesetz, dass eine GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von mindestens EUR 25.000,– auszustatten ist.

2. Aufgabenverteilung in der GmbH

Während bei Personengesellschaften grundsätzlich ein gleichberechtigtes Nebeneinander der beteiligten Gesellschafter unabhängig von der Höhe des eingebrachten Kapitals besteht, bestimmt sich die Machtverteilung innerhalb der Gesellschafterversammlung grundsätzlich nach den Anteilen der Gesellschafter am Stammkapital.

Wer das meiste Kapital in die GmbH eingebracht hat, bestimmt in der Regel auch das Schicksal der Gesellschaft. Die grundlegenden Entscheidungen werden im Rahmen von Gesellschafterversammlungen getroffen, wobei sich das Gewicht der Stimmen in der Versammlung grundsätzlich nach den Anteilen am Stammkapital bestimmt.

Das alltägliche Geschäft bestimmen die Geschäftsführer der GmbH, wobei sie die Regelungen in dem Gesellschaftsvertrag der GmbH und in ihrem Geschäftsführeranstellungsvertrag sowie die Beschlüsse der Gesellschafterversammlung zu beachten haben.

3. Organe der GmbH

Grundsätzlich besteht die GmbH aus den folgenden zwei Organen:

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Bildung eines

In bestimmten Fällen sind diese Organe auch gesetzlich zwingend vorgeschrieben. Dies betrifft jedoch vorwiegend große Unternehmen mit einer hohen Anzahl von Beschäftigten.

4. Die Gesellschafterversammlung der GmbH

Die Gesellschafter der GmbH bilden die Gesellschafterversammlung, die über die langfristigen Geschicke der GmbH bestimmt und diese plant. Hier findet die Willensbildung der Gesellschaft statt. Der einzelne Gesellschafter übt sein Mitspracherecht in der Gesellschaft nahezu ausschließlich in der Gesellschafterversammlung aus.

Zu den wichtigsten Aufgaben und Rechte der Gesellschafterversammlung gehört die Bestellung der Geschäftsführer. Dies schließt auch die Verhandlung und Gestaltung des Geschäftsführervertrages mit ein, insbesondere das Geschäftsführergehalt.

Das Gewicht der einzelnen Gesellschafter im Rahmen der Beschlussfassung bestimmt sich nach dem Anteil am Stammkapital der Gesellschaft. Wer in der GmbH die Mehrheit des Kapitals eingebracht hat, verfügt in der Regel auch über die meisten Stimmen in der Gesellschafterversammlung.

Grundsätzlich wird ein Beschluss der Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit gefasst. Hält ein Gesellschafter beispielsweise mehr als 50% des Stammkapitals, kann er sich regelmäßig auch in der Gesellschafterversammlung mit seinem Willen durchsetzen und somit die Geschäftspolitik maßgeblich bestimmen.

Außerhalb der Gesellschafterversammlung haben die Gesellschafter nur sehr eingeschränkte Rechte.

5. Geschäftsführung

Der oder die Geschäftsführer leiten den Betrieb der GmbH nach den Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und der gesetzlichen Regelungen. Sie vertreten die GmbH nach außen und können selbst beurteilen, welche Entscheidungen am besten geeignet sind, die Interessen und Ziele der Gesellschafter und der GmbH zu erreichen.

Die Geschäftsführer treffen die Entscheidungen hinsichtlich der Art und Weise der Geschäftsführung grundsätzlich alleine und eigenverantwortlich. Vorgaben der Gesellschafter bei alltäglichen Entscheidungen sind daher eher die Ausnahme. Gleichwohl müssen sie Weisungen der Gesellschafter im Rahmen von Gesellschafterbeschlüssen beachten und umsetzen.

6. Beirat

Die Gesellschafter einer GmbH können jederzeit einen Beirat als zusätzliches Organ der Gesellschaft einrichten und mit besonderen Aufgaben und Rechten ausstatten. Für die Einrichtung eines Beirates gibt es unterschiedliche Motive oder Gründe, wobei dieser in erster Linie eine beratende Funktion hat, aber auch mit Kontrollrechten ausgestattet werden kann.

Die Einrichtung eines Beirats macht vor allem dann Sinn, wenn die geschäftsführenden Gesellschafter der GmbH geschäftlich oder rechtlich noch unerfahren sind oder in besonderen Phasen des Unternehmens fachlicher Rat notwendig ist, z.B. bei einer GmbH in der Krise. In diesem Fall besetzen die Gesellschafter den Beirat mit ausgewiesenen Experten, um die Gesellschafter und/oder Geschäftsführer vor schwierigen Entscheidungen zu beraten.

Darüber hinaus können die Gesellschafter auch weitergehende Rechte und Befugnisse an den Beirat delegieren, insbesondere Kontroll- und Weisungsrechte gegenüber der Geschäftsführung. In bestimmten Konstellationen macht es auch Sinn, weitreichende Entscheidungen der Geschäftsführer nur mit Zustimmung des Beirats zuzulassen. So können auch außenstehende Dritte in die Geschäftsführung einer GmbH eingebunden werden, ohne tatsächlich Geschäftsführer zu werden, insbesondere Venture-Capital-Investoren oder andere Kapitalgeber, insbesondere Banken.

7. Aufsichtsrat

Die Einrichtung eines Aufsichtsrats ist grundsätzlich freiwillig (fakultativer Aufsichtsrat). Allerdings gibt einige gesetzliche Regelungen, die einen Aufsichtsrat in der GmbH zwingend vorsehen. Dies gilt insbesondere bei Gesellschaften mit einer hohen Zahl von Mitarbeitern. Hier besteht aus Sicht des Gesetzgebers ein erhöhtes Kontrollbedürfnis. In diesen Fällen obliegt die Überwachung und Kontrolle der Geschäftsführung einem obligatorischen Aufsichtsrat.

Ein obligatorischer Aufsichtsrat besteht aus mindestens 3 und maximal 21 Mitgliedern, wobei die Zahl der zulässigen Mitglieder von der Höhe des Stammkapitals abhängig ist. Bei einem Stammkapital von mehr als 10 Millionen Euro sind bis zu 21 Mitglieder des Aufsichtsrats zulässig.

Beschäftigt die GmbH regelmäßig mehr als 500 Arbeitnehmer, bestimmt das Drittelbeteiligungsgesetz (DrittelbG), dass der Aufsichtsrat zu einem Drittel aus Vertretern der Arbeitnehmer bestehen muss. Liegt die Zahl der regelmäßig beschäftigten Mitarbeiter über 2.000, ist sogar die Hälfte des Aufsichtsrates mit Vertretern der Arbeitnehmer zu besetzen. Das ergibt sich aus § 52 Abs. 2 GmbHG i.V.m. dem Drittelbeteiligungsgesetz (DrittelbG) bzw. dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG).

Da die primäre Aufgabe des Aufsichtsrats darin besteht, die Geschäftsführer zu überwachen und zu kontrollieren, müssen die Mitglieder des Aufsichtsrat für die Erfüllung dieser Aufgabe fachlich in der Lage sein. Ausgeschlossen sind Personen, die Mitglieder der Geschäftsführung der GmbH sind. Ebenso ausgeschlossen sind Personen mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen, insbesondere Prokuristen und Handlungsbevollmächtigte.

Die Organe der GmbH und ihre Aufgaben
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