Der Sitz der GmbH ist im Gesellschaftsvertrag obligatorisch festzulegen. Er entscheidet darüber, beim welchem Registergericht die GmbH im Handelsregister eingetragen wird (Satzungssitz). Hiervon zu unterscheiden ist der tatsächliche Verwaltungssitz, der regelmäßig mit dem Ort der Geschäftsführung übereinstimmt. Während der Satzungssitz einer deutschen Kapitalgesellschaft immer in einer Stadt oder Gemeinde Deutschlands liegen muss, kann der Verwaltungssitz auch im Ausland begründet werden. 

Inhalt:

  1. Der Sitz einer Kapitalgesellschaft
  2. Der Satzungssitz und seine Bedeutung
  3. Sitzverlegung im Inland
  4. Sitzverlegung ins Ausland

1. Der Sitz der GmbH

Der Sitz der GmbH muss bei der Errichtung (ebenso bei der UG haftungsbeschränkt) zwingend im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden. Der Ort muss so genau bezeichnet werden, dass hieraus das zuständige Registergericht ermittelt werden kann. In der Regel genügt die Angabe der politischen Stadt oder Gemeinde.

Bei den großen Metropolen Deutschlands mit mehreren Gerichtsbezirken ist eine Zusatzangabe erforderlich, um das zuständige Registergericht zu ermitteln (z.B. Berlin-Neukölln).

Seit Inkrafttreten der GmbH-Reform 2008 ist es zulässig, dass Satzungssitz und Verwaltungssitz an verschiedenen Orten liegen.

2. Der Satzungssitz und seine Bedeutung

Der Satzungssitz einer Gesellschaft dient in erster Linie zur Individualisierung und zur Bestimmung örtlicher Zuständigkeiten: Dazu gehören insbesondere die örtliche Zuständigkeit

  • des Registergerichts,
  • des Prozessgerichts und
  • der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer.

Die örtliche Zuständigkeit des Register- und Prozeßgerichts bestimmt sich also nach dem Sitz, der in der Satzung der Gesellschaft festgelegt wurde, z.B. München, Berlin-Neukölln oder Bad Wiessee.

3. Sitzverlegung im Inland

Will eine GmbH oder UG haftungsbeschränkt umziehen und ihren Sitz verlegen, ist hierfür eine entsprechende Änderung des Gesellschaftsvertrages erforderlich.

Mit der Sitzverlegung ist jedoch nur die Verlegung des Satzungssitz von einer politischen Stadt oder Gemeinde in eine andere gemeint, z.B. die Sitzverlegung von München nach Stuttgart. Zieht eine Gesellschaft innerhalb einer politischen Gemeinde um (z.B. innerhalb der Gemeinde Bad Wiessee), muss nur die neue Geschäftsanschrift im Handelsregister geändert werden. Eine Änderung der Satzung ist dagegen nicht erforderlich.

4. Sitzverlegung ins Ausland

Während sich der Satzungssitz einer deutschen Gesellschaft im Inland befinden muss, ist eine Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland durchaus möglich und seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Verhinderung von Mißbräuchen (MoMiG) auch zulässig. Damit ist es deutschen Gesellschaften möglich, ihre Geschäftstätigkeit ausschließlich über eine Niederlassung im Ausland zu verfolgen. Nichtsdestotrotz muss die Gesellschaft beim zuständigen Registergericht eine Geschäftsanschrift im Inland angeben, die im Handelsregister eingetragen wird.

Der Sitz der GmbH
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