Es folgt ein Überblick, welche Steuern eine GmbH in Deutschland zu zahlen hat und wie diese berechnet werden. Zu den wichtigsten Steuern einer GmbH gehören die Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Anders als bei der Körperschaftssteuer ist die Höhe der Gewerbesteuer nicht nur von der Höhe des Gewinns abhängig, sondern auch von dem Gewerbesteuerhebesatz der Stadt oder Gemeinde, wo die GmbH jeweils eine Betriebsstätte unterhält.

Inhalt:

  1. Die Steuern der GmbH in Deutschland
  2. Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
  3. Gewerbesteuer der Städte und Gemeinden
  4. Gewerbesteuerhebesatz der Städte und Gemeinde
  5. Umsatzsteuer

Seit Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform 2008 gehört die gezahlte Gewerbesteuer bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nicht mehr zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5b EStG). Im Gegenzug wurde die Steuermesszahl bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags von früher 5% auf jetzt 3,5% abgesenkt.

1. Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag

Soweit die GmbH ihren Sitz oder die Geschäftsleitung in Deutschland hat, ist unterliegt sie der unbeschränkten Körperschaftsteuerpflicht (§ 1 Abs. 1 KStG). Diese erstreckt sich gem. § 1 Abs. 2 KStG auf sämtliche Einkünfte der GmbH. 

Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Körperschaftsteuer ist das zu versteuernde Einkommen, das zunächst nach den allgemeinen Vorschriften des EStG zu berechnen ist (gem. § 7 Abs. 1 KStG). Ergänzend sind die besonderen Vorschriften des KStG zu berücksichtigen. Diesbezüglich sind vor allem die Regeln zur verdeckten Gewinnausschüttung zu berücksichtigen, wonach eine solche den Gewinn der GmbH nicht mindern darf.

Ausgangsbasis für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage ist der Gewinn, der sich bei der GmbH durch einen Bestandsvergleich gem. § 5 EStG ergibt, wobei zunächst die Handelsbilanz gemäß den Vorschriften des HGB maßgeblich ist.

Der Körperschaftsteuersatz auf nicht ausgeschüttete Gewinne beträgt seit Inkrafttreten der Unternehmensteuerreform 2008 nur noch 15 % (vormals 25 %). Hinzukommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 %.

2. Gewerbesteuer in Deutschland

Eine GmbH mit Sitz im Inland muss neben der Körperschaftsteuer eine Gewerbesteuer an die Stadt oder Gemeinde zahlen, wo sie eine Betriebsstätte unterhält (§ 2 Abs. GewStG).

Bemessungsgrundlage für die Berechnung und Festsetzung der Gewerbesteuer durch die Stadt oder Gemeinde ist der Gewerbeertrag, der zunächst auf Basis der Vorschriften des EStG und KStG zu ermitteln ist. Unter Berücksichtigung besonderer Vorschriften des GewStG wird dieser Betrag um bestimmte Beträge vermehrt (Hinzurechnungen) oder vermindert (= Kürzungen). Mit dieser Methode soll eine ertragsabhängige Besteuerung des Gewerbebetriebs einer GmbH gewährleistet werden.

Der Gewerbesteuerhebesatz der Städte und Gemeinden

Der Gewerbesteuerhebesatz der Städte und Gemeinden in Deutschland spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerbelastung der GmbH.

In der folgenden Übersicht habe ich dargestellt, wie sich der jeweilige Gewerbesteuerhebesatz einer Stadt oder Gemeinde nach Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die jährliche Steuerbelastung der GmbH auswirkt. Hierbei habe ich vier unterschiedliche Gewerbesteuerhebesätze miteinander verglichen, wobei der Höchstbetrag vor allem in Deutschlands Metropolen zur Anwendung kommt.

Gewerbesteuerhebesatz 300% 400% 420% 490%
Gewinn der GmbH 100,00 100,00 100,00 100,00
         
Gewerbesteuer 3,5 % 10,50 14,00 14,70 17,15
Körperschaftsteuer 15,0 % 15,00 15,00 15,00 15,00
Solidaritätszuschlag 5,5 % 0,83 0,83 0,83 0,83
     
Steuerbelastung nach Unternehmensteuerreform 2008 26,33 29,83 30,53 32,98
Steuerbelastung vor Unternehmensteuerreform 2008 35,98 38,65 39,15 40,86
Differenz der Steuerbelastung vorher und nachher: 9,65 8,82 8,62 7,88

Wie man anhand der Zahlen erkennen kann, hat die Bedeutung des Gewerbesteuerhebesatzes seit Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform 2008 sogar noch zugenommen.

3. Umsatzsteuer

Soweit die GmbH umsatzsteuerpflichtige Lieferungen oder Leistungen i.S.d. UStG ausführt, unterliegen diese der Umsatzsteuer.

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