Die Umwandlung „Einzelunternehmen in GmbH“ ist auf verschiedenen Wegen zu realisieren, die jeweils mit Vor- und Nachteilen verbunden sind. Eine Möglichkeit der Umwandlung „Einzelunternehmen in GmbH“ ist die Ausgliederung, die im Umwandlungsgesetz (UmwG) detailliert geregelt ist. Die Ausgliederung eines Einzelunternehmens ist möglich als Ausgliederung zur Neugründung einer GmbH oder zur Aufnahme in eine bestehende Gesellschaft. Daneben ist die Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH eine häufig genutzte Alternative. Die Einbringung in eine GmbH ist möglich als Einbringung in eine bereits bestehende GmbH oder als Einbringung im Wege der Sachgründung. Ergänzend hierzu ist auch ein Verkauf des Einzelunternehmens an eine GmbH denkbar. Jede Alternative hat ihre Vor- und Nachteile, die im jeweiligen Einzelfall gegeneinander abzuwägen sind. Mit dem nachfolgenden Artikel habe ich einen Überblick über die einzelnen Methoden zur Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH (alternativ in eine UG haftungsbeschränkt) erstellt, der auch als Grundlage für eine individuelle Erstberatung und eine anschließende Entscheidung dienen soll.

Inhalt:

  1. Motive für Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH
  2. Ausgliederung gem. Umwandlungsgesetz (UmwG)
  3. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH
  4. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine bestehende GmbH
  5. Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH
  6. Umwandlung eines Einzelunternehmens in UG haftungsbeschränkt
  7. Ausgliederung und Einbringung im Steuerrecht
  8. Alternativen zur Umwandlung durch Ausgliederung und Einbringung
  9. Vor- und Nachteile gegenüber Ausgliederung und Einbringung
  10. Abwägung der Vor- und Nachteile

Existenzgründer realisieren ihre Geschäftsidee häufig in der Rechtsform eines Einzelunternehmens, ohne über die rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen nachzudenken. Ein Einzelunternehmen ist günstig und schnell gegründet. Oft genügt schon die Gewerbeanmeldung. Die Kehrseite der Medaille ist die persönliche Haftung des Einzelunternehmers, die sich mit Haftpflichtversicherungen nicht vollständig absichern lässt. Mit zunehmendem wirtschaftlichen Erfolg werden dann die Ansprüche und Sicherheitsbedürfnisse des Einzelunternehmers regelmäßig größer. Spätestens an dieser Stelle kommt dann der Gedanke, das bisherige Einzelunternehmen gegebenenfalls in eine GmbH umzuwandeln. Immer häufiger suchen Einzelunternehmer auch den Weg zurück in die gesetzliche Sozialversicherung, die sich im Rahmen einer GmbH (oder UG haftungsbeschränkt) durchaus gestalten lässt.

1. Motive für Umwandlung eines Einzelunternehmens

Die Motive zur Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH (alternativ in eine UG haftungsbeschränkt) dürften die gleichen sein wie die Motive zur Gründung einer GmbH. Sehr häufig wird das Bedürfnis der Haftungsbeschränkung genannt, vereinzelt auch die besseren Möglichkeiten zur Aufnahme von Investoren, steuerrechtliche Motive oder der Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge. Die Unternehmer müssen sich jedoch vor der Umwandlung bewusst sein, dass die GmbH (bzw. die UG haftungsbeschränkt) mit höheren laufenden Kosten verbunden ist, was insbesondere auf die zwingende Bilanzierung (mit Veröffentlichung bzw. Hinterlegung des Jahresabschlusses) zurückzuführen ist. Auch das alltägliche Handling der GmbH ist etwas aufwändiger als beim Einzelunternehmen, wo die Trennung zwischen Privat und Unternehmen nicht so penetrant zu verfolgen ist. Ein Anwendungsfall ist auch die Beendigung einer Betriebsaufspaltung durch Einbringung des Besitzunternehmens in die Betriebs-GmbH, sei es um eine ungewollte Auflösung der Betriebsaufspaltung oder eine Überschuldung der Betriebs-GmbH zu vermeiden.

a) Haftungsbeschränkung

Während der Einzelunternehmer mit seinem gesamten Vermögen haftet, ist die Haftung innerhalb der GmbH auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt (§ 13 Abs. 2 GmbHG).

b) Aufnahme von Investoren

Gegenüber einem Einzelunternehmen sind die Gestaltungsmöglichkeiten zur Aufnahme von Investoren bei der GmbH deutlich vielseitiger.

c) Steuerliche Motive

Gerade bei ertragsstarken Einzelunternehmen in Deutschlands Ballungsräumen ist auch die Gewerbesteuer ein Anreiz, der für die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH spricht. In Ballungsräumen mit hohem Gewerbesteuerhebesatz ist die Anrechnung der tatsächlich bezahlten Gewerbesteuer (= nicht abziehbare Betriebsausgaben) auf die Einkommensteuer des Einzelunternehmers nur unzureichend. Im Gegensatz dazu führen das Geschäftsführergehalt und die Beiträge zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge zu abziehbaren Betriebsausgaben bei der GmbH.

d) Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge

Nicht zuletzt eröffnen sich mit der Gründung einer GmbH auch Möglichkeiten zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge.

2. Ausgliederung gem. Umwandlungsgesetz (UmwG)

a) Rechtsgrundlagen zur Umwandlung im Wege der Ausgliederung

Mit Inkrafttreten des Umwandlungsgesetzes (UmwG) zum 01.01.1995 wurde die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH in den §§ 123 Abs. 3 i.V.m. 152 ff UmwG geregelt und als Ausgliederung bezeichnet. Da die Ausgliederung ein Unterfall der Spaltung ist, sind ferner die Regelungen der §§ 124 bis 151 UmwG anwendbar. In steuerlicher Hinsicht wird die Ausgliederung gem. § 20 UmwStG neutral behandelt, d.h. unter Fortführung der Buchwerte des Einzelunternehmens und somit ohne Aufdeckung stiller Reserven.

b) Wege der Ausgliederung eines Einzelunternehmens

Bei der Ausgliederung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist zu unterscheiden zwischen der

Möglich ist sowohl die

  • Ausgliederung des gesamten Einzelunternehmens als auch die
  • Ausgliederung von Teilen desselben.

Als Gegenleistung für die Ausgliederung des Einzelunternehmens erhält der Inhaber Geschäftsanteile an der aufnehmenden GmbH.

c) Voraussetzungen der Ausgliederung

In den vorgenannten Fällen der Umwandlung durch Ausgliederung des Einzelunternehmens ist gem. § 152 S. 1 UmwG zunächst Voraussetzung, dass es sich um ein (im Handelsregister eingetragenen) und somit kaufmännisch geführtes Einzelunternehmen (= Kaufmann) handelt. Gegegebenfalls ist die Eintragung der Firma im Handelsregister im Vorfeld noch durchzuführen.

Ferner darf gem. § 152 S. 2 UmwG keine Überschuldung vorliegen, d.h. die bestehenden Verbindlichkeiten werden durch vorhandenes Aktivvermögen gedeckt. Hierbei handelt es sich um ein Ausgliederungsverbot.

d) Vorteile der Umwandlung durch Ausgliederung

Der entscheidende Vorteil der Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Ausgliederung ist die gesetzliche Behandlung als (partielle) Gesamtrechtsnachfolge. Hierunter versteht man den

  • Übergang des Einzelunternehmens oder der näher bezeichneten Teile desselben
  • mit allen Aktiva und Passiva,
  • ohne dass hierfür weitere einzelne Rechtsakte notwendig sind.

Es ist somit keine Zustimmung der Gläubiger und/oder anderer schuldrechtlicher Vertragspartner des Einzelunternehmers erforderlich. Sämtliche Verträge des Einzelunternehmens werden ohne inhaltliche Veränderung von der GmbH übernommen. Das gilt auch für die Arbeitsverträge mit Mitarbeitern im Einzelunternehmen, die von der GmbH ohne inhaltliche Änderung fortgeführt werden.

Wird das gesamte Einzelunternehmen übertragen, erlischt die Firma des Kaufmanns/der Kauffrau gem. § 158 i.V.. 155 UmwG.

3. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH

a) Ablauf der Ausgliederung

1. Spaltungsplan

Zunächst muss der Inhaber des Einzelunternehmes einen Spaltungsplan bzw. eine Ausgliederungserklärung erstellen, der die Punkte des § 126 Abs. 1, 2, 5, 6 und 9 UmwG umfasst.

Spaltungsplan und Ausgliederungserklärung bedürfen der notariellen Beurkundung (§§ 125 i.V.m. 6 UmwG). Darin ist vom Inhaber zu erklären, dass eine GmbH errichtet und auf diese das Vermögen im Rahmen des Einzelunternehmens übertragen wird. Der Gesellschaftsvertrag der GmbH, sprich die Satzung, ist bereits in die Erklärung aufzunehmen bzw. als Anlage beizufügen. Für den Mindestinhalt der Satzung gelten die gleichen Vorschriften wie für die normale Sachgründung einer GmbH, d.h. der Gegenstand der Sacheinlage (= das ausgeliederte Einzelunternehmen, ein Teilbetrieb oder eine Zweigniederlassung) und der Nennbetrag des Geschäftsanteils, auf den sich die Sacheinlage bezieht, sind genau zu bezeichnen (§ 5 Abs. 4 GmbHG). Übersteigt die Sacheinlage das vorgesehene Stammkapital der GmbH (mindestens EUR 25.000,00), ist eine Erklärung über die Verwendung des Mehrbetrages (z.B. Einstellung in Rücklagen oder Ausweis als Gesellschafterdarlehen) in die Erklärung aufzunehmen.

Im Falle eines bestehenden Betriebsrates müssen auch die Folgen der Ausgliederung für die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen sowie die insoweit vorgesehenen Maßnahmen dargestellt werden (§ 126 Abs. 11 UmwG).

Im Falle eines verheirateten Einzelunternehmers ist ggf. die Zustimmung des Ehegatten gem. § 1365 BGB erforderlich.

2. Sachgründungsbericht und Nachweis der Werthaltigkeit

Neben dem Spaltungsplan nebst Ausgliederungserklärung ist ein Sachgründungsbericht zu erstellen, in dem u.a. der Geschäftsverlauf und die Lage des Einzelunternehmens darzulegen sind (§§ 159 Abs. 1 i.V.m. 58 Abs. 1 UmwG). Ein Ausgliederungsbericht ist gem. § 153 UmwG jedoch nicht erforderlich.

Da es sich bei der Ausgliederung um eine Sachgründung handelt, sind der Anmeldung zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister zusätzliche Unterlagen darüber vorzulegen, daß der Wert der Sacheinlagen den Nennbetrag der dafür übernommenen Geschäftsanteile erreicht (§ 8 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG). Diesbezüglich muss (bei Zweifeln des Registergerichts) leider damit gerechnet werden, dass ein Werthaltigkeitsgutachten eines Wirtschaftsprüfers angefordert wird, das die Werthaltigkeit der übertragenen Unternehmensteile beziffert und damit bestätigt. Insoweit können erhebliche Kosten entstehen. Leider sind die spezifischen Anforderungen an den Nachweis der Werthaltigkeit je nach Registergericht (und sogar innerhalb eines Registergerichts je nach Referat) unterschiedlich und daher nur schwer vorhersehbar.

3. Anmeldung und Eintragung im Handelsregister

Die Ausgliederung des Einzelunternehmens ist von dem Inhaber und vom Geschäftsführer der GmbH bei dem jeweils zuständigen Handelsregister anzumelden (§§ 160 i.V.m. 137 Abs. 1 UmwG). Beizufügen sind folgende Unterlagen:

  • Ausgliederungserklärung des Kaufmanns/der Kauffrau,
  • Sachgründungsbericht,
  • ggf. Nachweis über rechtzeitige Zuleitung des Entwurfs der Ausgliederungserklärungan den Betriebsrat (falls vorhanden),
  • ggf. die Genehmigungsurkunde (falls die Ausgliederung einer staatlichen Genehmigung bedarf),
  • Schlußbilanz des Einzelunternehmens zum Stichtag.

b) Haftung des Einzelunternehmers und der GmbH

Besondere Beachtung verdient die Haftung des übertragenden Kaufmanns bzw. der Kauffrau und der aufnehmenden Gesellschaft für sämtliche Verbindlichkeiten des Einzelunternehmens.

Der Kaufmann bzw. die Kauffrau haften weiterhin für die übergehenden Verbindlichkeiten, jedoch begrenzt auf 5 Jahre (§§ 156, 157, 158 UmwG).

Die aufnehmende GmbH haftet gem. § 133 Abs. 1 UmwG für alle vor der Ausgliederung entstandenen Verbindlichkeiten des Kaufmanns bzw. der Kauffrau, wobei sich die Haftung sowohl auf die betrieblichen als auch auf die privaten Verbindlichkeiten erstreckt. Auch diese Haftung ist gem. § 133 Abs. 5 UmwG beschränkt auf 5 Jahre ab dem Zeitpunkt der Wirksamkeit der Ausgliederung, die mit der Eintragung im Handelsregister erfolgt.

c) Aufnahme eines zweiten Gesellschafters

Der Eintritt einer weiteren Person im Rahmen der Umwandlung des Einzelunternehmens in die GmbH ist nicht ohne weiteren Zwischenschritt möglich. Dies kann jedoch geschehen durch

  • Bildung einer Personengesellschaft im Wege der Aufnahme eines Dritten in das Einzelunternehmen und anschließenden Formwechsel (vgl. hierzu Umwandlung GbR in GmbH),
  • Abtretung eines Geschäftsanteils an den Dritten nach Vollzug der Ausgliederung des Einzelunternehmens in die GmbH,
  • Aufnahme des Dritten in die GmbH im Wege der Kapitalerhöhung oder
  • Ausgliederung des Einzelunternehmens auf eine von dem Dritten gegründete GmbH.

f) Begründung einer Betriebsaufspaltung

Ein Sonderfall ist die Begründung einer Betriebsaufspaltung, indem das Einzelunternehmen mit Ausnahme des werthaltigen Anlagevermögens auf eine neu gegründete GmbH ausgliedert wird.

4. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine GmbH

In manchen Fällen ist es empfehlenswerter, zunächst eine schnelle und unkomplizierte Neugründung einer GmbH im Wege der Bargründung vorzunehmen, gefolgt von einer Ausgliederung des Einzelunternehmens in die bestehende GmbH im Rahmen einer (betragsmäßig geringeren) Kapitalerhöhung.

a) Ausgliederungsvertrag- und Übernahmevertrag

Grundlage der Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine bestehende GmbH ist ein Ausgliederungs- und Übernahmevertrag zwischen Inhaber des Einzelunternehmens und der übernehmenden Gesellschaft, letztere vertreten durch den oder die Geschäftsführer. Der Ausgliederungs- und Übernahmevertrag bedarf der notariellen Beurkundung und beinhaltet die Erklärung, dass das näher bezeichnete Vermögen des Kaufmanns bzw. der Kauffrau gegen Gewährung von Geschäftsanteilen auf die übernehmende Gesellschaft übertragen wird. Ferner ist der Stichtag der Ausgliederung festzulegen und der Tag, ab dem die neuen Geschäftsanteile gewinnbezugsberechtigt sind.

Die Zustimmung des Inhabers des Einzelunternehmens erfolgt durch einseitige Erklärung, die notariell zu beurkunden ist (§§ 125 i.V.m. 6 UmwG). Auf der Seite der GmbH müssen die Gesellschafter dem Vertrag mittels Gesellschafterbeschluss zustimmen.

b) Ausgliederungsbericht und Prüfung

Ein Ausgliederungsbericht für den Kaufmann bzw. die Kauffrau ist gem. § 153 UmwG nicht notwendig. Für die GmbH können die Gesellschafter durch notarielle Erklärung auf einen Ausgliederungsbericht verzichten (§§ 127 i.V.m. 8 Abs. 3 UmwG).

c) Prüfungspflicht

Eine Prüfungspflicht besteht gem. § 125 UmwG nicht.

d) Anmeldung und Eintragung im Handelsregister

Die Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine GmbH ist vom Inhaber des Einzelunternehmens und den Geschäfsführern der aufnehmenden GmbH zur Eintragung im Handelsregister anzumelden, wobei der Anmeldung gem. §§ 125 i.V.m. 17 UmwG folgende Unterlagen beizufügen sind:

  • Ausgliederungs- und Übernahmevertrag,
  • Niederschrift über Zustimmungserklärung des Inhabers des Einzelunternehmens und Zustimmungsbeschlüsse der Gesellschafter der aufnehmenden GmbH,
  • ggf. Ausgliederungsbericht,
  • ggf. Prüfungsbericht,
  • ggf. der Nachweis über die rechtzeitige Zuleitung des Ausgliederungs- und Übernahmevertrages an den Betriebsrat des Einzelunternehmens,
  • ggf. die Urkunde einer staatlichen Genehmigung,
  • Schlußbilanz des Einzelunternehmens zum Stichtag.

Ferner ist der Anmeldung eine berichtigte Gesellschafterliste beizufügen.

5. Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH

Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung möglich. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen der

a) Einbringung eines Einzelunternehmens im Wege der Sachgründung

Hierzu gründet der Inhaber des Einzelunternehmens eine GmbH im Wege der Sachgründung, wobei die Aufbringung des Stammkapitals durch Einbringung des Handelsgeschäfts erbracht wird. Der wesentliche Unterschied zur Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung besteht darin, dass es sich bei der Einbringung um keinen Fall der (partiellen) Gesamtrechtsnachfolge handelt. Infolgedessen bedarf die Schuldübernahme durch die GmbH im Wege der Einbringung des Einzelunternehmens der Zustimmung der Gläubiger gem. §§ 414, 415 Abs. 1 BGB. Anderenfalls haftet der Inhaber des Einzelunternehmens weiterhin unbeschränkt persönlich für die bestehenden Verbindlichkeiten.

Andererseits ist die Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH auch möglich, wenn dieses nicht im Handelsregister eingetragen ist.

Für die Einbringung eines Einzelunternehmens im Wege der Sachgründung ist die Erstellung eines Sachgründungsberichts gem. § 5 Abs. 4 GmbHG erforderlich.

b) Einbringung eines Einzelunternehmens anlässlich einer Kapitalerhöhung

Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung anlässlich einer Kapitalerhöhung möglich. Hierzu erfolgt zunächst die Gründung der GmbH durch Einzahlung des Stammkapitals in bar. Anschließend erfolgt die Kapitalerhöhung durch Satzungsänderung, wobei diese theoretisch bereits mit 1,- Euro realisiert werden kann. Für die Kapitalerhöhung ist ein Gesellschafterbeschluss erforderlich, der die Erhöhung des Stammkapitals betragsmäßig beziffert sowie den Gegenstand der Sacheinlage und den Nennbetrag des Geschäftsanteils bezeichet, der durch die Sacheinlage erbracht wird.

6. Umwandlung Einzelunternehmen in UG haftungsbeschränkt

Die Ausgliederung auf eine UG haftungsbeschränkt ist nicht möglich, da hier Sacheinlagen gem. § 5a Abs. 2 S. 2 GmbHG unzulässig sind. Hierfür kann man nur auf eine der nachfolgenden Alternativen zur Ausgliederung zurückgreifen, verbunden mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen.

7. Ausgliederung und Einbringung im Steuerrecht

Die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH gilt gem. § 152 UmwG als Einbringung i.S.d. §§ 20ff UmwStG. Voraussetzung für die Anwendung der §§ 20ff UmwStG ist jedoch die Übertragung eines Betriebs oder Teilbetriebs mit allen wesentlichen Betriebsgrundlagen, insbesondere Immobilien. Soweit einzelne nicht wesentliche Wirtschaftsgüter nicht auf die GmbH übertragen werden, sind diese (unter Aufdeckung der darin enthaltenen stillen Reserven) zu entnahmen, sofern sie nicht anderweitig betrieblich genutzt werden.

8. Alternativen zur Umwandlung durch Ausgliederung oder Einbringung

Neben der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH durch Ausgliederung oder im Wege der Einbringung existieren in der Praxis noch weitere Alternativen, die ebenfalls ihre Vor- und Nachteile gegenüber den beiden erstgenannten Methoden haben. Im Rahmen dieser Alternativen ist auch die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine UG haftungsbeschränkt möglich.

Zu unterscheiden sind folgende Alternativen, die theoretisch zur Verfügung stehen:

  1. Veräußerungsmodell i.S.d. entgeltlichen Übertragung des Einzelunternehmens oder Teilen desselben an eine neu gegründete GmbH (entspricht jedoch einer verschleierten Sachgründung und daher nicht zu empfehlen),
  2. Bargründung der GmbH oder UG haftungsbeschränkt und anschließende verdeckte Einlage des Einzelunternehmens oder Teilen desselben ohne Gewährung von Gesellschaftsrechten (oder Bezahlung eines Kaufpreises),
  3. Bargründung und anschließende Kapitalerhöhung durch Einbringung des Einzelunternehmens in die Gesellschaft zu Buchwerten oder
  4. Verpachtungsmodell mit oder oder ohne Begründung einer Betriebsaufspaltung.

Im Einzelfall kann es auch ausreichen, eine Bargründung der GmbH (oder UG haftungsbeschränkt) vorzunehmen und anschließend einfach die Geschäfte des bisherigen Einzelunternehmens über die GmbH bzw. UG haftungsbeschränkt fortzuführen,  verbunden mit dem Auslaufen des Einzelunternehmens über eine gewisse Zeit.

9. Vor- und Nachteile gegenüber Ausgliederung und Einbringung

Der Vorteil dieser Alternativen besteht in erster Linie darin, dass die formalen Anforderungen einer Umwandlung durch Ausgliederung und die damit verbundenen Kosten (insbesondere für den Nachweis der Werthaltigkeit) nicht anfallen.

Der entscheidende Unterschied zur Umwandlung durch Ausgliederung besteht jedoch darin, dass es sich hierbei um keinen Fall der Gesamtrechtsnachfolge handelt. Dies bedeutet, dass bestehende Verträge des Einzelunternehmens (z.B. Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Leasingvertrag) im Einzelnen dahingehend geändert oder neu abgeschlossen werden müssen, damit die GmbH (bzw. die UG haftungsbeschränkt) neuer Vertragspartner wird und der Einzelunternehmer aus der Haftung entfällt. Hierfür ist die Zustimmung bzw. Mitwirkung der jeweiligen Vertragspartner erforderlich, die idealerweise schriftlich einzuholen bzw. vorzunehmen ist. Ob ein Änderungsvertrag oder ein komplett neuer Vertrag zu empfehlen ist, ist anhand des jeweiligen Einzelfalls zu entscheiden. Je nach Größe des Einzelunternehmens und Anzahl bzw. Inhalt der Verträge kann dieser Umstand dazu führen, dass eine Umwandlung außerhalb des UmwG ausgeschlossen ist.

In der Praxis greifen Unternehmer gerne auf das Veräußerungsmodell zurück, ohne die Risiken abzuwägen. Wird ein Einzelunternehmen an eine im Wege der Bargründung neu errichtete GmbH veräußert, fließt das eingezahlte Stammkapital voll oder teilweise wieder an den Gesellschafter zurück. Man spricht von einer verschleierten Sachgründung, bei der die gesetzlichen Vorschriften zur Sachgründung nicht eingehalten werden.

Die verdeckte Einlage eines Einzelunternehmens ist insbesondere dann mit steuerlichen Risiken verbunden, wenn sich Grundstücke im notwendigen Betriebsvermögen befinden (bzw. betrieblich genutzt werden).

10. Abwägung der Vor- und Nachteile

Welches Modell – unter Abwägung der Vor- und Nachteile – der vernünftigste Weg für eine Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH oder UG haftungsbeschränkt ist, muss für jeden Einzelfall ermittelt werden. Pauschale Empfehlungen sind nur bedingt tauglich. Mit dem nachfolgenden Formular können Sie unter Angabe der wesentlichen Daten und Wünsche gerne ein unverbindliches Angebot anfordern.

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