Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH ist auf verschiedenen Wegen zu realisieren, die jeweils mit Vor- und Nachteilen verbunden sind. Manche Varianten werden durch das Umwandlungsgesetz (UmwG) geregelt, andere durch das Umwandlungssteuergesetz (UmwStG). Eine dieser Möglichkeiten ist die Ausgliederung des Einzelunternehmens gem. Umwandlungsgesetz (UmwG). Diese ist entweder als Ausgliederung zur Neugründung einer GmbH oder zur Aufnahme in eine bestehende GmbH möglich. Eine beliebte Alternative in der Praxis ist die Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH. Sie ist möglich als Einbringung in eine bestehende GmbH oder als Einbringung im Wege der Sachgründung. Jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile, die im jeweiligen Einzelfall gegeneinander abzuwägen sind. Nachfolgend habe ich einen Überblick über die Alternativen zur Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH (bzw. in eine UG haftungsbeschränkt) erstellt. Dieser dient auch als Grundlage für eine individuelle Erstberatung und eine anschließende Entscheidung.

Inhalt:

  1. Vorbemerkungen zur Umwandlung eines Einzelunternehmens
  2. Umwandlung von Unternehmen gem. Umwandlungsgesetz
  3. Motive für Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH
  4. Gesamtrechtsnachfolge und Steuerneutralität
  5. Ausgliederung des Einzelunternehmens gem. Umwandlungsgesetz
  6. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH
  7. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine bestehende GmbH
  8. Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH
  9. Ausgliederung und Einbringung im Steuerrecht
  10. Umwandlung Einzelunternehmen in UG haftungsbeschränkt
  11. Alternativen zur Umwandlung durch Ausgliederung und Einbringung
  12. Vor- und Nachteile gegenüber Ausgliederung und Einbringung
  13. Abwägung der Vor- und Nachteile
Einzelunternehmen in GmbH umwandeln

1. Vorbemerkungen zur Umwandlung des Einzelunternehmens

Existenzgründer realisieren ihre Geschäftsidee in Deutschland häufig in der Rechtsform eines Einzelunternehmens, ohne über die rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen ihrer Rechtsformwahl nachzudenken. Gleiches gilt für Gründerteams, die sich zu Beginn meist in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) organisieren. Beide Unternehmen sind in der Regel günstig und schnell gegründet. In den meisten Fällen genügt schon eine Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde oder Stadt.

Die Kehrseite der Medaille ist die persönliche Haftung der Unternehmer, die sich mit einer Haftpflichtversicherung nicht vollständig absichern lässt. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg wachsen dann die Ansprüche und Sicherheitsbedürfnisse der Unternehmer. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kommt der Gedanke, das bisherige Einzelunternehmen oder die GbR in eine GmbH umzuwandeln.

2. Umwandlung von Unternehmen gem. Umwandlungsgesetz

Die Umwandlung von Unternehmen ist spezifisch im Umwandlungsgesetz (UmwG) geregelt. Letzteres ist am 01.01.1995 (BGBl. I 3210) erstmals in Kraft getreten. Es definiert verschiedene Anwendungsfälle für die Umwandlung von Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Es ist somit Teil des Gesellschaftsrechts. Für die Umwandlung des Einzelunternehmens oder eines Teilbetriebs in eine GmbH ist dort die Ausgliederung gem. §§ 123 Abs. 3 i.V.m. 152 ff UmwG vorgesehen.

Achtung: Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Ausgliederung ist gem. § 152 S. 1 UmwG nur möglich, wenn die Firma des Kaufmanns bzw. der Kauffrau im Handelsregister eingetragen ist.

Die Möglichkeiten zur Unternehmensumwandlung sind jedoch nicht abschließend im UmwG geregelt. Daneben gibt es noch weitere Varianten, die außerhalb der Vorschriften des UmwG realisiert werden können. In der Praxis spielt vor allem die Einbringung gem. Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) eine wichtige Rolle.

3. Motive für Umwandlung des Einzelunternehmens

Die Motive zur Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH (alternativ in eine UG haftungsbeschränkt) dürften die gleichen sein wie die Motive zur Gründung einer GmbH. Sehr häufig werden folgende Motive genannt:

  • Bedürfnis der Haftungsbeschränkung;
  • bessere Möglichkeiten zur Aufnahme von Investoren,
  • steuerrechtliche Motive;
  • Aufteilung eines Einzelunternehmens im Rahmen der Unternehmensnachfolge;
  • Vorbereitung der Veräußerung eines Teilbetriebs;
  • Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge.

Der Inhaber des Einzelunternehmens muss sich jedoch bewusst sein, dass die GmbH (bzw. die UG haftungsbeschränkt) mit höheren laufenden Kosten verbunden ist. Dies ist insbesondere auf die zwingende Bilanzierung (mit Veröffentlichung bzw. Hinterlegung der Jahresabschlüsse) zurückzuführen. Auch das alltägliche Handling der GmbH ist etwas umständlicher als beim Einzelunternehmen.

Hin und wieder ist auch die Beendigung einer Betriebsaufspaltung durch Einbringung des Besitzunternehmens in die Betriebs-GmbH ein Motiv zur Umwandlung, sei es um eine ungewollte Auflösung der Betriebsaufspaltung oder eine Überschuldung der Betriebs-GmbH zu vermeiden.

a) Haftungsbeschränkung

Während der Einzelunternehmer mit seinem gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten aus dem gesamten Gewerbebetrieb haftet, ist die Haftung bei der GmbH auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt (§ 13 Abs. 2 GmbHG). Das Privatvermögen der Gesellschafter bleibt im Falle der Insolvenz der GmbH grundsätzlich unberührt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Haftung der Geschäftsführer bei Fehlverhalten kann dieses Prinzip allerdings aushöhlen.

b) Aufnahme von Investoren

Gegenüber einem Einzelunternehmen sind die Gestaltungsmöglichkeiten zur Aufnahme von Investoren bei der GmbH deutlich vielseitiger.

c) Steuerliche Motive

Gegenüber einem sehr ertragsstarken Einzelunternehmen hat die GmbH bei Thesaurierung der Gewinne einen Steuervorteil von rund 10%. In Deutschlands Ballungsräumen kann auch die Gewerbesteuer ein Anreiz sein, der für die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH spricht. In Ballungsräumen mit hohem Gewerbesteuerhebesatz ist die Anrechnung der tatsächlich bezahlten Gewerbesteuer (= nicht abziehbare Betriebsausgaben) auf die Einkommensteuer des Einzelunternehmers nur unzureichend. Im Gegensatz dazu führen das Geschäftsführergehalt und die Beiträge zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge zu abziehbaren Betriebsausgaben bei der GmbH.

d) Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge

Nicht zuletzt eröffnen sich mit der Rechtsform einer GmbH auch vielfältige Möglichkeiten zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge.

e) Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung

Desweiteren ist auch der Trend zu beobachten, dass Einzelunternehmer in besonderen Konstellationen wieder den Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung suchen. Auch dies lässt sich im Rahmen der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH (oder UG haftungsbeschränkt) realisieren.

4. Gesamtrechtsnachfolge und Steuerneutralität der Umwandlung

Gesamtrechtsnachfolge und Steuerneutralität der Umwandlung sind wichtige Begriffe, deren Verständnis essentiell ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

a) Gesamtrechtsnachfolge bei Ausgliederung

Als Gesamtrechtsnachfolge bezeichnet man den Übergang des gesamten Einzelunternehmens (oder der näher bezeichneten Teile desselben) mit allen Aktiva und Passiva auf die GmbH, ohne dass hierfür weitere einzelne Rechtsakte notwendig sind. Es ist keine Zustimmung der Gläubiger und/oder anderer schuldrechtlicher Vertragspartner des Kaufmanns bzw. der Kauffrau erforderlich. Sämtliche Verträge des Einzelunternehmens werden ohne inhaltliche Veränderung von der GmbH übernommen. Das gilt auch für die Arbeitsverträge mit Mitarbeitern im Einzelunternehmen.

b) Steuerneutralität der Ausgliederung

In steuerlicher Hinsicht wird die Ausgliederung grundsätzlich neutral behandelt, d.h. unter Fortführung der Buchwerte des Einzelunternehmens und somit ohne Aufdeckung stiller Reserven.

5. Ausgliederung des Einzelunternehmens gem. Umwandlungsgesetz (UmwG)

a) Rechtsgrundlagen zur Umwandlung im Wege der Ausgliederung

Mit Inkrafttreten des Umwandlungsgesetzes (UmwG) zum 01.01.1995 wurde die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH in den §§ 123 Abs. 3 i.V.m. 152 ff UmwG geregelt und als Ausgliederung bezeichnet. Da die Ausgliederung ein Unterfall der Spaltung ist, sind ferner die Regelungen der §§ 124 bis 151 UmwG anwendbar. In steuerlicher Hinsicht wird die Ausgliederung wie die Einbringung gem. § 20 UmwStG grundsätzlich neutral behandelt, d.h. unter Fortführung der Buchwerte des Einzelunternehmens und somit ohne Aufdeckung stiller Reserven.

b) Varianten der Ausgliederung eines Einzelunternehmens

Bei der Ausgliederung eines Einzelunternehmens in eine GmbH können die Kaufleute (Kaufmann/Kauffrau) wählen zwischen:

Möglich sind folgende Varianten:

  • Ausgliederung des gesamten Einzelunternehmens;
  • Ausgliederung von Teilen des Einzelunternehmens.

Das Unternehmen ist die Sachgesamtheit von Sachen, Rechten, Kunden und Geschäftsbeziehungen sowie Verbindlichkeiten, die dem kaufmännischen Betrieb des Einzelunternehmers zu dienen bestimmt sind. Die Ausgliederung von Teilen dieses Unternehmens ist zulässig. Mit der Aufnahme eines Gegenstandes des Privatvermögens in die Aufstellung des auszugliedernden Vermögens kann der Einzelunternehmer die Betriebsbezogenheit sogar auf Teile des Privatvermögens erweitern.

Als Gegenleistung für die Ausgliederung des Einzelunternehmens erhält der Kaufmann bzw. die Kauffrau Geschäftsanteile an der aufnehmenden GmbH.

c) Voraussetzungen der Ausgliederung

In den vorgenannten Fällen der Umwandlung durch Ausgliederung des Einzelunternehmens ist gem. § 152 S. 1 UmwG zunächst Voraussetzung, dass es sich um ein (im Handelsregister eingetragenes) und somit kaufmännisch geführtes Einzelunternehmen (= Kaufmann) handelt. Ist dies nicht der Fall, muss die Eintragung der Firma im Handelsregister noch durchgeführt werden. Die Eintragung im Handelsregister muss nicht schon zum Zeitpunkt der Abgabe der Ausgliederungserklärung vorliegen, sondern erst bei Eintragung der Ausgliederung in das Handelsregister.

Ferner darf gem. § 152 S. 2 UmwG keine Überschuldung vorliegen, d.h. die bestehenden Verbindlichkeiten müssen durch vorhandenes Aktivvermögen gedeckt sein. Eine bestehende Überschuldung des Einzelunternehmens stellt eine sog. Ausgliederungssperre dar.

Problematisch ist auch der Fall der Ausgliederung zur Neugründung, wenn der Einbringungswert der eingebrachten Vermögensgegenstände geringer ist als das Stammkapital der GmbH.

d) Vorteile der Umwandlung durch Ausgliederung

Der entscheidende Vorteil der Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Ausgliederung ist die gesetzliche Behandlung als (partielle) Gesamtrechtsnachfolge.

Wird das gesamte Einzelunternehmen übertragen, erlischt die Firma des Kaufmanns/der Kauffrau gem. § 158 i.V.m. 155 UmwG.

6. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH

a) Ablauf der Ausgliederung eines Einzelunternehmens

1. Spaltungsplan bzw. Ausgliederungserklärung

Zunächst muss der Inhaber des Einzelunternehmes einen Spaltungsplan bzw. eine Ausgliederungserklärung erstellen, der die Punkte des § 126 Abs. 1, 2, 5, 6 und 9 UmwG umfasst.

Spaltungsplan bzw. Ausgliederungserklärung bedürfen der notariellen Beurkundung (§§ 135, 125 i.V.m. 6 UmwG). Darin ist vom Inhaber zu erklären, dass eine GmbH errichtet und auf diese das Vermögen im Rahmen des Einzelunternehmens übertragen wird.

Der Gesellschaftsvertrag der GmbH, sprich die Satzung, ist in die Erklärung aufzunehmen bzw. als Anlage beizufügen. Für den Mindestinhalt der Satzung gelten im Übrigen die gleichen Vorschriften wie für die Sachgründung einer GmbH. Der Gegenstand der Sacheinlage (= ausgegliedertes Einzelunternehmen, Teilbetrieb oder Zweigniederlassung) und der Nennbetrag des Geschäftsanteils, auf den sich die Sacheinlage bezieht, sind also genau zu bezeichnen (§ 5 Abs. 4 GmbHG). Übersteigt die Sacheinlage das vorgesehene Stammkapital der GmbH (mindestens EUR 25.000,00), ist eine Erklärung über die Verwendung des Mehrbetrages (z.B. Einstellung in Rücklagen oder Ausweis als Gesellschafterdarlehen) in die Erklärung aufzunehmen.

Im Falle eines bestehenden Betriebsrates müssen auch die Folgen der Ausgliederung für die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen sowie die insoweit vorgesehenen Maßnahmen dargestellt werden (§ 126 Abs. 11 UmwG). Der Entwurf der Ausgliederungserklärung ist dem Betriebsrat gem. § 126 Abs. 3 UmwG spätestens einen Monat vor Beurkundung derselben gegen Empfangsquittung zuzuleiten.

Im Falle eines verheirateten Einzelunternehmers ist ggf. die Zustimmung des Ehegatten gem. § 1365 BGB erforderlich.

2. Sachgründungsbericht und Bescheinigung der Werthaltigkeit

Neben dem Spaltungsplan bzw. der Ausgliederungserklärung ist ein Sachgründungsbericht zu erstellen, in dem u.a. der Geschäftsverlauf und die Lage des Einzelunternehmens darzulegen sind (§§ 159 Abs. 1 i.V.m. 58 Abs. 1 UmwG). Ein Ausgliederungsbericht ist gem. § 153 UmwG jedoch nicht erforderlich.

Da es sich bei der Ausgliederung um eine Sachgründung handelt, sind der Anmeldung zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister zusätzliche Unterlagen darüber vorzulegen, daß der Wert der Sacheinlage den Nennbetrag der dafür übernommenen Geschäftsanteile erreicht (§ 8 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG). Diesbezüglich ist ein Werthaltigkeitsgutachten (bzw. eine Bescheinigung) eines Wirtschaftsprüfers erforderlich, das die Werthaltigkeit des übertragenen Unternehmens bzw. der übertragenen Unternehmensteile beziffert und bestätigt. Insoweit entstehen zusätzliche Kosten. Anderenfalls erfolgt bis zur Vorlage des Werthaltigkeitsgutachtens keine Eintragung der GmbH ins Handelsregister.

3. Anmeldung und Eintragung im Handelsregister

Die Ausgliederung des Einzelunternehmens ist von dem Inhaber und vom Geschäftsführer der GmbH bei dem jeweils zuständigen Handelsregister anzumelden (§§ 160 i.V.m. 137 Abs. 1 UmwG). Die Anmeldungen erfolgen durch den beurkundenden Notar. Folgende Unterlagen sind den Anmeldungen beizufügen:

  • Ausfertigung des notariellen Protokolls mit Spaltungsplan bzw. Ausgliederungserklärung;
  • Spaltungsplan bzw. Ausgliederungserklärung des Kaufmanns/der Kauffrau;
  • Satzung bzw. Gesellschaftsvertrag der neuen GmbH;
  • Sachgründungsbericht;
  • Erklärung des Kaufmanns/der Kauffrau, dass die Verbindlichkeiten den Wert des ausgegliederten Vermögens nicht übersteigen (§§ 152 S. 2, 160 Abs. 2 UmwG);
  • Schlußbilanz bzw. Ausgliederungsbilanz des Einzelunternehmens oder Teilbetriebs zum Tag vor dem Ausgliederungsstichtag;
  • Werthaltigkeitsbescheinigung eines Wirtschaftsprüfers;
  • ggf. Nachweis über rechtzeitige Zuleitung des Entwurfs der Ausgliederungserklärung an den Betriebsrat (falls vorhanden);
  • ggf. die Genehmigungsurkunde (falls die Ausgliederung einer staatlichen Genehmigung bedarf).

b) Haftung des Einzelunternehmers und der GmbH

Besondere Beachtung verdient die Haftung des übertragenden Kaufmanns bzw. der übertragenden Kauffrau und der aufnehmenden Gesellschaft für sämtliche Verbindlichkeiten des Einzelunternehmens.

Der Kaufmann bzw. die Kauffrau haften weiterhin für die übergehenden Verbindlichkeiten, jedoch begrenzt auf 5 Jahre (§§ 156, 157, 158 UmwG). Die Frist beginnt gem. § 157 Abs. 2 UmwG mit der Bekanntmachung der Eintragung der Ausgliederung in das Register des Sitzes des Kaufmanns bzw. der Kauffrau i.S.d. §§ 125 i.V.m. 19 Abs. 3 UmwG.

Die aufnehmende GmbH haftet gem. § 133 Abs. 1 UmwG für alle vor der Ausgliederung entstandenen Verbindlichkeiten des Kaufmanns bzw. der Kauffrau, wobei sich die Haftung sowohl auf die betrieblichen als auch auf die privaten Verbindlichkeiten erstreckt. Auch diese Haftung ist gem. § 133 Abs. 5 UmwG beschränkt auf 5 Jahre ab dem Zeitpunkt der Wirksamkeit der Ausgliederung, die mit der Eintragung im Handelsregister erfolgt.

c) Aufnahme weiterer Gesellschafter (Investoren)

Der Eintritt einer weiteren Person oder eines Investors im Rahmen der Umwandlung des Einzelunternehmens in die GmbH ist nicht ohne weiteren Zwischenschritt möglich. Die Realisierung ist wie folgt möglich:

  • Bildung einer Personengesellschaft im Wege der Aufnahme eines Dritten in das Einzelunternehmen und anschließender Formwechsel (vgl. hierzu Umwandlung GbR in GmbH);
  • Abtretung eines Geschäftsanteils an den Dritten nach Vollzug der Ausgliederung des Einzelunternehmens in die GmbH;
  • Aufnahme des Dritten in die GmbH im Wege der Kapitalerhöhung;
  • Ausgliederung des Einzelunternehmens auf eine von dem Dritten bereits gegründete GmbH.

f) Begründung einer Betriebsaufspaltung

Ein Sonderfall ist die Begründung einer Betriebsaufspaltung, indem das Einzelunternehmen mit Ausnahme des werthaltigen Anlagevermögens auf eine neu gegründete GmbH ausgliedert wird.

g) Steuerliche Bewertung der Ausgliederung zur Neugründung

In steuerlicher Hinsicht stellt die Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH eine Einbringung als Sachgründung i.S.v. § 20 Abs. 1 UmwStG dar.

7. Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine GmbH

In manchen Fällen ist es empfehlenswerter, zunächst eine schnelle und unkomplizierte Neugründung einer GmbH im Wege der Bargründung vorzunehmen. Anschließend erfolgt die Ausgliederung des Einzelunternehmens in die bestehende GmbH im Rahmen einer (betragsmäßig geringen) Kapitalerhöhung.

a) Ausgliederungsvertrag- und Übernahmevertrag

Grundlage der Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine bestehende GmbH ist ein Ausgliederungs- und Übernahmevertrag zwischen Inhaber des Einzelunternehmens und der übernehmenden Gesellschaft, letztere vertreten durch den oder die Geschäftsführer. Der Ausgliederungs- und Übernahmevertrag bedarf der notariellen Beurkundung und beinhaltet die Erklärung, dass das näher bezeichnete Vermögen des Kaufmanns bzw. der Kauffrau gegen Gewährung von Geschäftsanteilen auf die übernehmende Gesellschaft übertragen wird. Ferner ist der Stichtag der Ausgliederung festzulegen und der Tag, ab dem die neuen Geschäftsanteile gewinnbezugsberechtigt sind.

Die Zustimmung des Inhabers des Einzelunternehmens erfolgt durch einseitige Erklärung, die notariell zu beurkunden ist (§§ 125 i.V.m. 6 UmwG). Auf der Seite der GmbH müssen die Gesellschafter dem Vertrag mittels Gesellschafterbeschluss zustimmen.

b) Ausgliederungsbericht und Prüfung

Ein Ausgliederungsbericht für den Kaufmann bzw. die Kauffrau ist gem. § 153 UmwG nicht notwendig. Für die GmbH können die Gesellschafter durch notarielle Erklärung auf einen Ausgliederungsbericht verzichten (§§ 127 i.V.m. 8 Abs. 3 UmwG).

c) Prüfungspflicht

Eine Prüfungspflicht besteht gem. § 125 UmwG nicht.

d) Anmeldung und Eintragung im Handelsregister

Die Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Aufnahme in eine GmbH ist vom Inhaber des Einzelunternehmens und den Geschäfsführern der aufnehmenden GmbH zur Eintragung im Handelsregister anzumelden, wobei der Anmeldung gem. §§ 125 i.V.m. 17 UmwG folgende Unterlagen beizufügen sind:

  • Ausgliederungs- und Übernahmevertrag,
  • Niederschrift über Zustimmungserklärung des Inhabers des Einzelunternehmens und Zustimmungsbeschlüsse der Gesellschafter der aufnehmenden GmbH,
  • ggf. Ausgliederungsbericht,
  • ggf. Prüfungsbericht,
  • ggf. der Nachweis über die rechtzeitige Zuleitung des Ausgliederungs- und Übernahmevertrages an den Betriebsrat des Einzelunternehmens,
  • ggf. die Urkunde einer staatlichen Genehmigung,
  • Schlußbilanz des Einzelunternehmens zum Stichtag.

Ferner ist der Anmeldung eine berichtigte Gesellschafterliste beizufügen.

8. Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH

Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung gem. § 20 UmwStG möglich. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen folgenden Varianten:

Die Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Einbringung in die GmbH sind in den §§ 20 bis 23 UmwStG geregelt.

a) Einbringung des Einzelunternehmens im Wege der Sachgründung

Hierzu gründet der Inhaber des Einzelunternehmens eine GmbH im Wege der Sachgründung. Die Aufbringung des Stammkapitals wird hierbei durch Einbringung des Handelsgeschäfts erbracht. Der wesentliche Unterschied zur Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung besteht darin, dass es sich bei der Einbringung um keinen Fall der (partiellen) Gesamtrechtsnachfolge handelt. Infolgedessen bedarf die Übernahme von Schulden des Einzelunternehmers durch die GmbH der Zustimmung der Gläubiger gem. §§ 414, 415 Abs. 1 BGB. Anderenfalls haftet der Inhaber des Einzelunternehmens weiterhin unbeschränkt persönlich für die bestehenden Verbindlichkeiten.

Anders als bei der Umwandlung durch Ausgliederung ist die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH auch möglich, wenn dieses nicht im Handelsregister eingetragen ist.

Für die Einbringung eines Einzelunternehmens im Wege der Sachgründung ist die Erstellung eines Sachgründungsberichts gem. § 5 Abs. 4 GmbHG erforderlich.

b) Einbringung des Einzelunternehmens anlässlich einer Kapitalerhöhung

Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung in eine bereits bestehende Gesellschaft anlässlich einer Kapitalerhöhung möglich. Hierzu erfolgt zunächst eine schnelle Gründung der GmbH im Wege der Einzahlung des Stammkapitals. Anschließend erfolgt die Kapitalerhöhung, wobei diese theoretisch bereits mit 1,- Euro realisiert werden kann. Hierfür ist ein Gesellschafterbeschluss erforderlich, der die Kapitalerhöhung betragsmäßig beziffert sowie den Gegenstand der Sacheinlage und den Nennbetrag des Geschäftsanteils bezeichet.

9. Ausgliederung und Einbringung im Steuerrecht

Die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH gilt gem. § 152 UmwG als Einbringung i.S.d. §§ 20 ff UmwStG. Voraussetzung für die Anwendung der §§ 20 ff UmwStG ist jedoch die Übertragung eines Betriebs oder Teilbetriebs mit allen wesentlichen Betriebsgrundlagen. Das betrifft insbesondere Immobilien. Soweit der Einzelunternehmer einzelne nicht wesentliche Wirtschaftsgüter nicht auf die GmbH übertragen will, sind diese (unter Aufdeckung der darin enthaltenen stillen Reserven) zu entnehmen, sofern sie nicht anderweitig betrieblich genutzt werden.

10. Umwandlung Einzelunternehmen in UG haftungsbeschränkt

Die Ausgliederung auf eine UG haftungsbeschränkt ist nicht möglich, da hier Sacheinlagen gem. § 5a Abs. 2 S. 2 GmbHG unzulässig sind. Hierfür kann man nur auf eine der nachfolgenden Alternativen zurückgreifen, verbunden mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen.

11. Alternativen zur Umwandlung durch Ausgliederung oder Einbringung

Neben der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Ausgliederung oder Einbringung existieren in der Praxis noch weitere Alternativen. Es ist jedoch wichtig, die bestehenden Vor- und Nachteile zu sehen und zu verstehen. Im Rahmen dieser Alternativen ist auch die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine UG haftungsbeschränkt möglich.

Zu unterscheiden sind folgende Alternativen, die theoretisch zur Verfügung stehen:

  1. Veräußerungsmodell: Verkauf des Einzelunternehmens oder Teilen desselben an eine neu gegründete GmbH (entspricht jedoch einer verschleierten Sachgründung und ist daher nicht zu empfehlen);
  2. Verdeckte Einlage des Einzelunternehmens: Bargründung der GmbH oder UG haftungsbeschränkt und anschließende verdeckte Einlage des Einzelunternehmens oder Teilen desselben ohne Gewährung von Gesellschaftsrechten (oder Bezahlung eines Kaufpreises);
  3. Verpachtungsmodell: Verpachtung des Anlagevermögens mit oder oder ohne Begründung einer Betriebsaufspaltung.

Im Einzelfall ist auch folgende Variante denkbar: Bargründung der GmbH (oder einer UG haftungsbeschränkt), welche die Geschäfte des bisherigen Einzelunternehmens fortführt, gefolgt von der Gewerbeabmeldung des Einzelunternehmers nach einer gewissen Zeit.

12. Vor- und Nachteile gegenüber Ausgliederung und Einbringung

Der Vorteil dieser Alternativen besteht in erster Linie darin, dass die formalen Anforderungen einer Umwandlung durch Ausgliederung und die damit verbundenen Kosten (insbesondere für den Nachweis der Werthaltigkeit) nicht anfallen.

Der entscheidende Unterschied und Nachteil zur Umwandlung durch Ausgliederung besteht jedoch darin, dass es sich hierbei um keinen Fall der Gesamtrechtsnachfolge handelt. Bestehende Verträge (z.B. Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Leasingvertrag) sind im Einzelnen dahingehend zu ändern oder neu abzuschließen, dass die GmbH (bzw. UG haftungsbeschränkt) neuer Vertragspartner wird und der Einzelunternehmer aus der Haftung entlassen wird. Hierfür ist die Zustimmung bzw. Mitwirkung der jeweiligen Vertragspartner erforderlich, die idealerweise schriftlich einzuholen bzw. vorzunehmen ist. Ob ein Änderungsvertrag oder ein komplett neuer Vertrag zu empfehlen ist, muss anhand des jeweiligen Einzelfalls entschieden werden. Je nach Größe des Einzelunternehmens und Anzahl bzw. Inhalt der Verträge kann dieser Umstand dazu führen, dass eine Umwandlung außerhalb des UmwG ausgeschlossen ist.

In der Praxis greifen Unternehmer gerne auf das Veräußerungsmodell zurück, ohne die Risiken abzuwägen. Wird ein Einzelunternehmen an eine neu gegründete GmbH oder UG haftungsbeschränkt veräußert, fließt das eingezahlte Stammkapital voll oder teilweise wieder an den Gesellschafter zurück. Man spricht von einer verschleierten Sachgründung, bei der die gesetzlichen Vorschriften zur Sachgründung nicht eingehalten wurden.

Die verdeckte Einlage eines Einzelunternehmens ist insbesondere dann mit steuerlichen Risiken verbunden, wenn sich Grundstücke im notwendigen Betriebsvermögen befinden (bzw. betrieblich genutzt werden).

13. Abwägung der Vor- und Nachteile

Anhand der soeben beschriebenen Vor- und Nachteile ist der beste Weg zur Umwandlung des Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft für jeden Einzelfall gesondert zu ermitteln. Pauschale Empfehlungen sind hier untauglich.

Mit dem nachfolgenden Formular können Sie unter Angabe der wesentlichen Daten und Wünsche gerne ein unverbindliches Angebot anfordern. In der Regel ist eine einstündige, telefonische Erstberatung sinnvoll, um anhand der individuellen Verhältnisse die beste Lösung zu ermitteln. Anschließend ist dieser Weg ggf. in Zusammenarbeit mit einem Notar vorzubereiten und zu realisieren.

    Bitte Ihr Land auswählen (Pflichtfeld)

    Ihr Name (Pflichtfeld)

    Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

    Betreff

    Ihre Nachricht

    Stichwörter:                                     

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.