GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)Die GmbH ist zusammen mit dem Einzelunternehmen und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die beliebteste und in der Praxis häufigste Rechtsform in Deutschland. Während sich das Einzelunternehmen und die GbR vor allem durch geringe Gründungskosten und einfaches Handling auszeichnen, glänzt die GmbH mit einem ganzen Bündel an entscheidenden Vorteilen. An erster Stelle steht die gesetzliche Haftungsbeschränkung, die für Unternehmer zu den wichtigsten Vorteilen der GmbH gehört. Das GmbH-Gesetz bildet die gesetzliche Grundlage und stammt in seiner ursprünglichen Form aus dem Jahre 1892. Zum Schutz der Gläubiger fordert es von den Geschäftsführern u.a. eine strikte Trennung von Privat- und Unternehmensvermögen sowie eine Erhaltung des Stammkapitals. Die letzte umfassende Reform des GmbH-Rechts erfolgte durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen der Rechtsform der GmbH (MoMiG), das zum 01.11.2008 in Kraft getreten ist. Eine der wesentlichen Neuerungen war die Einführung der Rechtsformvariante Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) als sog. Mini-GmbH.

Inhalt:

  1. Was ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  2. Vorteile gegenüber Einzelunternehmen und Personengesellschaften
  3. Gründung
  4. Das Stammkapital
  5. Eintragung ins Handelsregister
  6. Aufgaben und Pflichten der Geschäftsführer
  7. Besteuerung der Gesellschaft
  8. Mischformen (GmbH & Co. KG)
  9. Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Was ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Die GmbH – d.h. die Gesellschaft mit beschränkter Haftung – gehört zu den Kapitalgesellschaften, deren Gesellschafter auf Basis eines Gesellschaftsvertrages einen gemeinsamen und meist wirtschaftlichen Zweck verfolgen. Die gesetzlichen Grundlagen und Vorschriften werden im GmbH-Gesetz (GmbHG) geregelt. Die Gesellschaft ist kraft ihrer Rechtsform und Eintragung im Handelsregister immer Handelsgesellschaft. Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit mit eigenen Rechten und Pflichten. Als solche kann sie Eigentum erwerben, vor Gericht klagen und verklagt werden. Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet grundsätzlich nur das eigene Gesellschaftsvermögen, so daß die Haftung der Gesellschafter im Normalfall auf die eingebrachten Stammeinlagen und das erwirtschaftete Gesellschaftsvermögen beschränkt ist (= Haftungsbeschränkung). Letzteres ist einer der großen Vorteile der GmbH, mit denen die höheren Kosten bei der Gründung, Organisation und Verwaltung kompensiert werden.

Vorteile der GmbH

Die entscheidenden Vorteile der GmbH gegenüber dem Einzelunternehmen und der GbR sowie den anderen Personengesellschaften kann man stichpunktartig wie folgt zusammenfassen:

  • Schutz des Privatvermögens der Gesellschafter durch gesetzliche Haftungsbeschränkung,
  • Kaufmann kraft Rechtsform mit eigener Rechtspersönlichkeit,
  • Einbeziehung fachkundiger Dritter in Geschäftsführung, Beirat oder Aufsichtsrat,
  • einfache Aufnahme neuer Gesellschafter bzw. einfacher Wechsel der Gesellschafter,
  • vielfältige Möglichkeiten zur Beteiligung von Investoren (= Venture Capital)
  • Geschäftsführergehalt gehört zu den abziehbaren Betriebsausgaben,
  • erfolgsabhängige Ausgestaltung des Geschäftsführergehalts durch Tantieme,
  • vielfältige Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge für Geschäftsführer,
  • steuerliche Vorteile dank niedrigem Körperschaftssteuersatz,
  • Wechsel zurück in die gesetzliche Sozialversicherung,
  • hohe Rechtssicherheit in der Praxis und
  • Anerkennung der Rechtsform bei Banken, Lieferanten und Kunden.

Die zahlreichen Vorteile gegenüber Einzelunternehmen und Personengesellschaft bilden die Basis für die große Bedeutung und Beliebtheit dieser Rechtsform in der Praxis. Insbesondere die Haftungsbeschränkung sowie die steuerlichen Vorteile werden immer wieder als Motive für die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH genannt. Das Gleiche gilt für die Umwandlung einer Personengesellschaft in eine GmbH (z.B. Umwandlung GbR in GmbH).

GmbH-Gründung

Die Gründung (= Errichtung der Gesellschaft) erfolgt regelmäßig in mehreren Schritten, beginnend mit dem

  • Entschluß der beteiligten Gesellschafter zur Gründung mit
  • dem Entwurf eines Gesellschaftsvertrages (= Satzung),
  • der Bestellung der Geschäftsführer und notariellen Beurkundung der Satzung sowie
  • der Kapitalaufbringung des Stammkapitals,

gefolgt von der Eintragung ins Handelsregister und steuerlichen Erfassung beim Finanzamt.

Rechtliche Basis der Gesellschaft ist die Satzung (= Gesellschaftsvertrag), in der vor allem die

  • Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Gesellschaftern sowie
  • die Organisation der Gesellschaft

geregelt werden.

Sobald sich der/die Gesellschafter über den Inhalt des Gesellschaftsvertrages, den/die Geschäftsführer und deren Geschäftsführergehalt einig sind, folgt die notarielle Beurkundung der Satzung und die erste Bestellung der Geschäftsführer.

Das Stammkapital

Im Anschluß an die notarielle Beurkundung der Satzung müssen die Gesellschafter auf Anforderung der Geschäftsführer das festgelegte Stammkapital aufbringen. Im Normalfall der Bargründung erfolgt dies durch Einzahlung der übernommenen Stammeinlagen auf das Geschäftskonto des Unternehmens, mindestens die Hälfte des gesetzlichen Stammkapitals in Höhe von 25.000,00 Euro. Soll das Stammkapital durch andere Sacheinlagen eingebracht werden, muss das im Gesellschaftsvertrag ausdrücklich geregelt werden (= Sachgründung).

Sobald die Geschäftsführer dem Notar einen entsprechenden Nachweis über die Einzahlung des Stammkapitals (bzw. über die Werthaltigkeit der Sacheinlagen) vorgelegt haben, nimmt dieser die Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung ins Handelsregister vor.

Eintragung ins Handelsregister

Die GmbH als solche und die gesetzliche Haftungsbeschränkung entsteht erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Ab diesem Zeitpunkt können die Geschäftsführer mit ruhigem Gewissen die Geschäfte aufnehmen und die Gewerbeanmeldung erledigen. Wenige Tage später meldet sich auch schon das Finanzamt und fordert den/die Geschäftsführer auf, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung der Gesellschaft auszufüllen. Letzterer ist Voraussetzung für die Erteilung der Steuernummer, die wiederrum für die Ausstellung ordnungsgemäßer Rechnungen im Geschäftsverkehr benötigt wird.

Aufgaben und Pflichten der Geschäftsführer

Die Geschäftsführer bilden das Organ, das die Gesellschaft nach außen vertritt. Von

  • der amtlichen Bestellung zum Geschäftsführer sind die
  • schuldrechtlichen Vereinbarungen zwischen den Parteien

zu unterscheiden, wobei letztere in einem sog. Geschäftsführeranstellungsvertrag geregelt werden.

Das Amt des Geschäftsführers aufgrund der Bestellung mit den entsprechenden Aufgaben, Rechten und Pflichten wird also in erster Linie durch

  • GmbH-Gesetz und
  • die Satzung definiert.

Demgegenüber regelt

die schuldrechtlichen Beziehungen zwischen Gesellschaft und Geschäftsführer, insbesondere dessen Vergütung in Form des Geschäftsführergehalts. In der Regel enthält das Geschäftsführergehalt auch erfolgsabhängige Bestandteile (Tantieme), um den oder die Geschäftsführer am wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft zu beteiligen. Neben einigen anderen Kritierien ist der Geschäftsführeranstellungsvertrag auch für die Beurteilung der Sozialversicherungspflicht der Geschäftsführer (= Statusfeststellungsverfahren) bestimmend.

Grundsätzlich sind die Geschäftsführer uneingeschränkt zur Geschäftsführung berechtigt, aber auch verpflichtet. Ausgenommen sind nur solche Angelegenheiten, die durch entsprechende Regelungen im GmbH-Gesetz explizit auf die Gesellschafterversammlung übertragen werden (vgl. § 46 GmbHG).

Geschäftsführungsbefugnis

Zu den Aufgaben der Geschäftsführer gehört nicht nur die gesamte kaufmännische und technische Geschäftsleitung, sondern auch die rechtliche Vertretung der Gesellschaft. Beides erfolgt stets unter Beachtung

  • der Satzung,
  • der Regelungen des Geschäftsführeranstellungsvertrages und
  • der gesetzlichen Bestimmungen.

Grundsätzlich ist die Geschäftsführungsbefugnis der Geschäftsführer uneingeschränkt, d.h. diese entscheiden grundsätzlich eigenständig und eigenmächtig, wie der im Gesellschaftsvertrag festgelegte Gesellschaftszweck am effektivsten zu erreichen ist. Die Geschäftsführungsbefugnis kann jedoch durch den

  • Geschäftsführeranstellungsvertrag oder
  • eine Geschäftsordnung

in verschiedene Richtungen begrenzt werden. Beispielsweise können die Gesellschafter die Geschäftsführungsbefugnis einzelner Geschäfsführer auf ein bestimmtes Aufgabengebiet beschränken oder durch Genehmigungsvorbehalte beschneiden.

Besteuerung der GmbH

Eine GmbH ist immer Handelsgesellschaft und daher buchführungs- und bilanzierungspflichtig, wobei die Eröffnungsbilanz die Ausgangsbasis der Buchführung bildet. Bei der Besteuerung der Gesellschaft gilt das Trennungsprinzip, d.h. die

  • Körperschaftsteuer,
  • Gewerbesteuer und
  • Umsatzsteuer

betreffen die GmbH direkt.

Körperschaftsteuerpflicht

Eine GmbH mit Geschäftsleitung oder Sitz im Inland ist gem. § 1 KStG unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig. Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer ist gem. § 7 Abs. 1 KStG das zu versteuernde Einkommen, das zunächst nach den allgemeinen Vorschriften des EStG berechnet wird. Es sind die besonderen Regelungen des KStG zu beachten, insbesondere die Regeln zur Verdeckten Gewinnausschütung.

Ausgangsbasis ist der Gewinn, der durch Bestandsvergleich gem. § 5 EStG zu berechnen ist, wobei zunächst die Handelsbilanz nach den Vorschriften des HGB maßgeblich ist. Der Körperschaftsteuersatz auf nicht ausgeschüttete Gewinne wurde durch die Unternehmensteuerreform 2008 von 25% auf 15% gesenkt.

Gewerbesteuerpflicht

Seit Inkrafttreten der Unternehmensteuerreform 2008 zum 01.01.2008 gehört die Gewerbesteuer gem. § 4 Abs. 5b EStG bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nicht mehr zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben. Im Gegenzug wurde die Steuermesszahl bei der Ermittlung des Steuermessbetrags von früher 5% auf jetzt 3,5% abgesenkt.

Umsatzsteuerpflicht

Wie jedes andere Unternehmen ist auch die GmbH grundsätzlich verpflichtet, seinen Kunden Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Die getätigten Umsätze und die hieraus resultierende Umsatzsteuer werden per Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt angemeldet und – nach entsprechendem Abzug der Vorsteuer – an das Finanzamt abgeführt.

GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Mischgesellschaft, bei der eine GmbH als einzig haftender Gesellschafter in der Rolle des einzig haftenden Gesellschafters (= Komplementär) fungiert. Es handelt sich deshalb um eine sog. Mischform, bei der die Vorteile der GmbH mit den Vorteilen einer Personengesellschaft kombiniert werden.

Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Die sog. Mini-GmbH – korrekt bezeichnet als Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – ist durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen der Rechtsform (MoMiG) zum 01.11.2008 neu geschaffen worden. Ziel des Gesetzgebers war die Schaffung einer Rechtsform mit Haftungsbeschränkung und geringeren Anforderungen an die Höhe des erforderlichen Stammkapitals. Die UG haftungsbeschränkt richtet sich daher vor allem an Existenzgründer mit wenig verfügbarem Kapital.

Falls Sie bei der Gründung einer GmbH, insbesondere bei der Erstellung eines Gesellschaftsvertrages oder Geschäftsführervertrages, anwaltliche Beratung benötigen, können Sie hier mit mir Kontakt aufnehmen:

Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Betreff

Ihre Nachricht

Bildnachweis: GmbH © fotodo / fotolia.com.